Morgan Stanley "Cruz Missile" endet als Rohrkrepierer

Sie wurde schon als Nachfolgerin von Morgan-Stanley-Chef John Mack gehandelt: Zoe Cruz, Co-Präsidentin der Bank und 2006 bestbezahlte Managerin Amerikas. Nun tritt Cruz, die wegen ihres harten Auftretens auch "Cruz Missile" genannt wird, im Zuge der Kreditkrise zurück. Andere Topmanager wurden degradiert.

New York - Die Co-Präsidentin der US-Investmentbank Morgan Stanley  und bestbezahlte Managerin 2006, Zoe Cruz, hat im Zuge der Kreditkrise ihren Hut genommen. Die 52-Jährige galt lange als mögliche Nachfolgerin von Morgan-Stanley-Chef John Mack.

Die Bank hat vor drei Wochen für die Monate September und Oktober Abschreibungen in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise bekanntgegeben.

Die wegen ihres harten Auftretens auch "Cruz Missile" genannte Managerin begann ihre Karriere bei Morgan Stanley vor 25 Jahren als Devisenhändlerin. Ihr Jahresgehalt von 30 Millionen Dollar katapultierte sie 2006 an die Spitze der Liste der bestbezahlten Managerinnen. Zu Cruz' Nachfolgern wurden Walid Chammah und James Gorman ernannt. Die Manager waren in der Vergangenheit für die internationalen Aktivitäten und den Bereich Vermögensverwaltung zuständig.

Cruz' Rücktritt ist Teil eines größeren Personalkarussells bei Morgan Stanley. Robert Scully, wie Cruz bislang Co-Präsident, bekommt einen Posten im Büro des Direktoriumsvorsitzenden. Der Co-Chef der Handelssparte, Neal Shear, ist nun Leiter des Bereichs Rohstoffhandel.

Die nun von der Finanzmarktkrise eingeholten Spitzenmanager sind die vorläufig letzten einer ganzen Reihe, die den Turbulenzen an den Finanzmärkten zum Opfer fielen. Zuvor hatte es bereits bei der Citigroup , bei Merrill Lynch  und bei UBS  personelle Konsequenzen im Spitzenmanagement gegeben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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