Sonntag, 21. Juli 2019

Hasso Plattner 20 Millionen Euro für Potsdamer Schloss

Der Softwaremilliardär und Mäzen Hasso Plattner will 20 Millionen Euro für den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses spenden, in dem der Brandenburger Landtag residieren soll. Bedingung für die Spende ist die "größtmögliche Annäherung" an das 1744-52 nach Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs gebaute Original.

Potsdam - Der Neubau eines Landtags in Potsdam mit der historischen Fassade des 1959/60 abgerissenen Stadtschlosses ist in greifbare Nähe gerückt. Der Software-Milliardär und Mäzen Hasso Plattner hat dem Land Brandenburg 20 Millionen Euro gespendet.

Eine Variante: Modell des Potsdamer Stadtschlosses
Bedingung ist die "größtmögliche Annäherung" an das 1744-52 nach Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs gebaute Original, teilten Plattner und Finanzminister Rainer Speer (SPD) am Dienstag mit. Der Vorsitzende des Vereins Potsdamer Stadtschloss, Michael Schöne, sprach von einem Durchbruch.

Auf dem Alten Markt soll bis 2011 ein neues Landtagsgebäude entstehen. Das Land hatte dafür bislang 85 Millionen Euro bereitgestellt. Zuletzt gab es in Potsdam Befürchtungen, dass das Gebäude als Zweckbau wenig mit dem historischen Vorbild gemein haben könnte. Auch Speer hatte stets betont, dass das Land nur die Mittel für einen Landtag, nicht aber für ein Schloss bereitstellen könne.

An diesem Mittwoch will die Jury die Entwürfe der sechs beteiligten Konsortien sichten. Darunter sei keiner mit einer 1:1-Knobelsdorff-Fassade, sagte Speer. Dies wäre im bisherigen Budget auch nicht zu leisten gewesen. Mit der Schenkung Plattners gehe er nun davon aus, dass die historische Fassade in ordentlicher Qualität wiederhergestellt werden könne.

Die Konsortien müssten nun die zusätzlichen Mittel für die historische Fassade in ihre Entwürfe integrieren. Das könnte den Zuschlag um etwa ein halbes Jahr verzögern, aber nicht unbedingt die Fertigstellung. Im Detail könne es die "Notwendigkeit geben, die historische Fassade an die moderne Nutzung anzupassen".

Plattner, der Gründer des Softwarekonzerns SAP Börsen-Chart zeigen, mit dessen Spenden bereits das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik in Potsdam finanziert wurde, sprach von einer großen Chance für die Stadt. "Potsdam ist es wert, dort zu investieren. Es ist eine der sensationellsten landschaftlichen Situationen Deutschlands", sagte Plattner, der im Berliner Stadtteil Grunewald wohnt.

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