Mercedes-Affäre Panka soll zahlen

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen Eckhard Panka Strafbefehle wegen des Vorwurfs der Untreue beantragt. Dem Ex-Vertriebschef von DaimlerChrysler in Deutschland wird vorgeworfen, für sein Privathaus und seine Finca auf Mallorca Daimler-Mitarbeiter privat eingesetzt zu haben. Panka hat unterdessen Einspruch erhoben.

Stuttgart - Eine Sprecherin bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Demnach wurden gegen den ehemaligen Vertriebschef von DaimlerChrysler in Deutschland, Eckhard Panka, beim Amtsgericht zwei Strafbefehle in Gesamthöhe von 200 Tagessätzen beantragt. Wie die Zeitung berichtet, wäre dies eine Geldstrafe von 128.000 Euro.

Panka werde zur Last gelegt, Mitarbeiter der Daimler-Bauabteilung mehrfach für private Zwecke eingesetzt zu haben, sagte die Sprecherin. Dadurch sei dem Konzern ein Schaden in Höhe von rund 46.000 Euro entstanden. Panka war vom Konzern im Dezember 2004 in den vorzeitigen Ruhestand geschickt worden, nachdem die Vorwürfe intern bekannt geworden waren. Die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein.

Zeitweise wurde gegen 20 Beschuldigte wegen des Verdachts der Untreue oder Bestechlichkeit ermittelt. Inzwischen seien nur noch fünf Verfahren offen, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Anklagebehörde wirft laut "Stuttgarter Nachrichten" dem ehemaligen Manager zum einen vor, in den Jahren 2000 und 2001 sein Privathaus mit unzulässiger Hilfe aus dem Konzern umgebaut zu haben. Zwei Mitarbeiter der Daimler-Bauabteilung sollen dafür insgesamt 21 Arbeitstage lang eingesetzt worden sein, wodurch dem Konzern ein Schaden von rund 8.000 Euro entstanden sei. Die beantragte Strafe dafür seien 40 Tagessätze.

Einer der beiden Mitarbeiter aus der Bauabteilung wurde nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zudem in den Jahren 2003 und 2004 an insgesamt 45 Arbeitstagen beim Bau einer Finca auf Mallorca eingesetzt. Zusammen mit den Reisekosten sei dem Konzern dadurch ein Schaden von rund 38.000 Euro entstanden, schrieb das Blatt.

Hierfür hat die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben eine Geldstrafe in Höhe von 180 Tagessätzen beantragt. Der Vorwurf der Bestechlichkeit gegen Panka wurde hingegen fallen gelassen, berichtete die Sprecherin.

Panka will die gegen ihn beantragten Strafbefehle offensichtlich nicht akzeptieren. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" in ihrer Dienstagsausgabe berichten, hat der Anwalt des Ex-Managers beim Amtsgericht Stuttgart Einspruch gegen die Strafe eingelegt. "Sollte es dabei bleiben, kommt es zum Prozess", sagte die Sprecherin des Amtsgerichts dem Blatt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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