Swiss Life Chef tritt zurück

Der Chef des Schweizer Lebensversicherers Swiss Life räumt seinen Posten. Nach der Hauptversammlung im Mai 2008 wird Rolf Dörig in den Verwaltungsrat wechseln. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Zürich - Der Swiss-Life-Chef Rolf Dörig tritt nach Unternehmensangaben vom Montag bei der Generalversammlung am 8. Mai 2008 zurück und soll in den Verwaltungsrat gewählt werden. Als exekutives Mitglied des Aufsichtsgremiums soll er sich künftig um die Strategie des Zürcher Konzerns kümmern. Im Jahr 2010 soll Dörig dann das Verwaltungsratspräsidium übernehmen, wenn der derzeitigen Chef des Gremiums, Bruno Gehrig, zurücktritt.

Nachfolger von Dörig als CEO wird der gegenwärtige Leiter des internationalen Geschäfts, Bruno Pfister. Seine Position fällt künftig weg, hingegen rücken die beiden Länderverantwortlichen für Frankreich und Deutschland, Jacques Richier und Manfred Behrens, in die Konzernleitung auf.

Dörig hatte Ende 2002 die Führung der damals mit hohen Verlusten und Skandalen kämpfende Swiss Life  übernommen und das Unternehmen in die Gewinnzone zurückgeführt. Erst kürzlich hatte der schweizerische Versicherer ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm angekündigt. In den kommenden 18 Monaten würden für bis zu 2,5 Milliarden Schweizer Franken (1,53 Milliarden Euro) eigene Anteilsscheine zurück erworben, hieß es aus dem Unternehmen.

Das Geld stammt aus dem kürzlich angekündigten Verkauf der Banca del Gottardo und der Veräußerung des niederländischen und belgischen Geschäfts für über 2,5 Milliarden Franken. Neben dem Aktienrückkauf will Swiss Life die Erlöse auch in das künftige Wachstum stecken. Aus dem Verkauf erwartet Swiss Life einen Gewinnbeitrag nach Steuern von rund 1,2 Milliarden Franken, wobei rund 200 Millionen Franken im laufenden Geschäftsjahr und rund eine Milliarde Franken im nächsten Jahr anfallen sollen.

Die Börse begrüßte den geregelten Wechsel an der Konzernspitze. Swiss-Life-Aktien  stiegen bis Mittag um ein Prozent auf 300 Franken, während der europäische Sektorindex verhalten tendierte.

Bei Swiss Life stellt sich nach den jüngsten Veräußerungen die Frage bezüglich der weiteren strategischen Entwicklung, kommentierte Georg Marti, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Nach Einschätzungen von Fabrizio Croce, Analyst bei der Landsbank Kepler, könnte sich der Konzern durch die Rochade an der Spitze auch für einen Zusammenschluss mit einem anderen Versicherer positionieren.

Nach Dörigs Abgang übernimmt Pfister nach jetzigem Stand ein gut bestelltes Haus. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres steigerte Swiss Life den Reingewinn um 21 Prozent auf 635 Millionen Franken (385 Millionen Euro). Die Bruttoprämien legten in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 14 Milliarden Franken zu. 43 Prozent der Prämien werden in der Schweiz verdient.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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