VW-Affäre Volkert belastet Piëch

Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert hat zum Prozessauftakt vor dem Braunschweiger Landgericht den damaligen Vorstandschef Ferdinand Piëch belastet. Dieser habe ihm zugesichert, dass er künftig "wie ein Markenvorstand" behandelt werde.

Braunschweig - Er habe den Vorstandschef seinerzeit wegen der Mehrarbeit des Betriebsrates um eine angemessene Honorierung gebeten, sagte Volkert am Donnerstag vor dem Landgericht Braunschweig. Piëch habe ihm daraufhin zugesichert, künftig wie ein Markenvorstand behandelt zu werden.

Außerdem habe der jetzige Aufsichtsratschef von VW hinzugefügt, der damalige VW-Personalvorstand Peter Hartz werde auf ihn zukommen. Er habe Hartz "nicht angestiftet, Sonderboni an mich zu zahlen", sagte Volkert. Piëch, der bisher jede Verwicklung in den Skandal bestritten hatte, wird im weiteren Verlauf des Prozesses als Zeuge aussagen.

Volkert fügte in seiner Aussage hinzu, der Spitze des Betriebsrates seien im Laufe der Jahre zunehmend Managementaufgaben zugewachsen. Man habe in wichtigen Zukunftsfragen des Unternehmens mitentschieden. Als Beispiel nannte er das mit der Gewerkschaft IG Metall erfolgreich ausgehandelte Arbeitsplatzmodell 5000 mal 5000. Die Anklage gegen ihn wertete der Ex-Betriebsratschef als "diskriminierende Bloßstellung".

Der mitangeklagte frühere Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer bezeichnete sich in seiner Einlassung vor Gericht "mehr als Opfer denn als Täter". Er habe dem Unternehmen keinen Schaden zugefügt und stets auf Anweisung Vorgesetzter gehandelt, sagte Gebauer.

Mehr als ein Jahrzehnt lang habe er ohne Beanstandungen die ihm zugewiesenen Aufgaben erfüllt.

Gebauer wird Untreue in 40 Fällen und Anstiftung zum Betrug zur Last gelegt. Er soll für Lustreisen des Betriebsrates und andere Vergnügungen 1,26 Millionen Euro bei VW als Spesen abgerechnet haben, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklage erklärt hatte.

manager-magazin.de mit Material von ddp