VW-Affäre Volkert soll zahlen

Für Klaus Volkert könnte die Affäre um Lustreisen und heimlich gezahlte Sonderboni nicht nur ein gerichtliches Nachspiel haben. Auf den Ex-VW-Betriebsratschef kommen im Falle einer Verurteilung unter Umständen Schadensersatzforderungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro zu.

Hamburg/München - Eine sogenannte Directors-and-Officers-Versicherung habe dem VW-Konzern den insgesamt entstandenen Schaden in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro schon ersetzt. Einen Teil der Summe fordert die Versicherung nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL bereits von dem ehemaligen VW-Personalvorstand Peter Hartz zurück, der wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist.

Auch von Klaus Volkert wolle die Versicherung Schadensersatz fordern, berichtet DER SPIEGEL. Volkert war Hauptnutznießer der konzerneigenen Sonderzahlungen und Vergünstigungen für Betriebsräte.

Laut dem Magazin "Focus" will die Verteidigung Volkerts in dem Prozess aufzeigen, dass Volkert dem Konzern 20 Millionen Euro eingespart habe. Dem Nachrichtenmagazin zufolge argumentiert Verteidiger Johann Schwenn in seinem Schriftsatz ans Landgericht Braunschweig, sein Mandant habe also dem Autobauer keinen Schaden zugefügt und könne deshalb nicht wegen Untreue belangt werden.

Den Konzernausgaben für Sonderboni, Bordellbesuche und eine Geliebte stünden weitaus größere Einspareffekte gegenüber. Das von Volkert praktizierte Modell der Mitbestimmung sei ein wichtiger Faktor dafür gewesen, dass Volkswagen  "in den Kreis der führenden Automobilhersteller der Welt" zurückkehren konnte. So habe VW in der Amtszeit Volkerts die wenigsten Streiktage aller Autokonzerne verzeichnet.

manager-magazin.de mit Material von ddp