Time Warner Parsons tritt ab

Der Chef des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, Richard Parsons, verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Der 59-Jährige wird durch Geschäftsführer Jeff Bewkes ersetzt. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen auch für einen neuen Finanzvorstand entschieden.

New York - Das Time-Warner-Direktorium hat Jeffrey Bewkes gestern zum Chef des weltgrößten Medienunternehmens gewählt. Der bisherige operative Leiter des Konzerns (COO) löse Richard Parsons zum 1. Januar als CEO ab, teilte Time Warner  am Montag mit.

Bewkes gilt an der Wall Street bei vielen als Macher, der Time Warner aufspalten und den Aktienkurs nach längerer Zeit wieder beleben könnte. Anleger, allen voran Time-Warner-Minderheitsaktionär Carl Icahn, fordern seit langer Zeit drastische Maßnahmen von Time Warner, um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Er ist auf etwa jenes Niveau gefallen, das er hatte, als Parsons die Führung des Unternehmens übernahm.

Seinen Posten als Vorsitzender des Direktoriums wird der scheidende Time-Warner-Chef behalten. Parsons gilt als einer der prominentesten afroamerikanischen Manager in den Vereinigten Staaten. Er steht seit fünf Jahren an der Spitze von Time Warner.

Der US-Medienkonzern erhält zeitgleich mit dem Wechsel an der Konzernspitze einen neuen Finanzvorstand. John Martin werde mit dem Jahreswechsel die Nachfolge von Wayne Pace antreten, der dann in den Ruhestand gehe, teilte das Unternehmen am Dienstag in New York mit. Martin wird das Amt zeitgleich mit dem neuen Konzernchef Jeffrey Bewkes antreten.

Zu dem Medienriesen Time Warner gehören unter anderem das US-Internetportal AOL, Filmstudios wie die Warner Brothers, Print-Titel wie die Magazine "Time" und "Fortune" sowie zahlreiche Kabel-TV-Sender. Überdies ist der Konzern noch immer mehrheitlich am zweitgrößten US-Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable beteiligt, der seit einigen Monaten börsennotiert ist. Im vergangenen Jahr verdiente der Konzern bei einem Gesamtumsatz von 44,2 Milliarden Dollar (damals 34,3 Milliarden Euro) rund 6,6 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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