Russneft Milliardäre pokern um Ölkonzern

Bisher sah es so aus, als sei Oleg Deripaska, gegenwärtig reichster Mann Russlands, mit einem Angebot von 6,5 Milliarden Euro einziger Bieter für den Ölkonzern Russneft. Doch nun sollen zwei weitere Interessenten aufgetaucht sein - beide ebenfalls milliardenschwer und international bestens verdrahtet.

Moskau - Der russische Oligarch Oleg Deripaska, mit einem Vermögen von über 16 Milliarden Euro reichster Mann Russlands, erhält Zeitungsberichten zufolge bei seinem Gebot für die angeschlagene Ölfirma Russneft Konkurrenz von zwei anderen Milliardären: Von Roman Abramowitsch, Exilrusse und Eigentümer des Londoner Fußballclubs Chelsea, oder dem Inder Lakshmi Mittal.

Unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle berichtete die Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Mittwoch, Abramowitsch sei an Russneft interessiert. Die Zeitung "Vedomosti" nannte Mittal, den Eigentümer des weltweit größten Stahlkonzerns ArcelorMittal , als möglichen Bieter. Russneft lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

Abramowitsch war bis 2005 Eigentümer der Ölfirma Sibneft, die er dann an den Gasmonopolisten Gazprom  verkaufte. Mittal hatte bereits früher Interesse an russischen Ölfirmen gezeigt. Unterdessen reichte der Schweizer Rohstoffhändler Glencore bei den russischen Behörden ein Gebot für drei Russneft-Sparten ein. Bisher sei die Prüfung des Angebots noch nicht eingeleitet worden, weil wichtige Dokumente noch ausstünden, sagte ein Vertreter der Kartellbehörde.

Kreisen zufolge bietet der Putin-Vertraute Deripaska 6,5 Milliarden Dollar für Russneft. Massive Steuerrückforderungen hatten die private Ölfirma in die Schieflage gebracht. Der ehemalige Russneft-Chef Michail Guzerijew hatte daher im August in den Verkauf des Unternehmens eingewilligt. Ihm wird von russischen Behörden Steuerhinterziehung vorgeworfen. Wegen eines Haftbefehls ist Guzerijew abgetaucht.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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