Egana Goldpfeil Hans-Jörg Seeberger ist tot

Der Gründer der Luxusholding Egana Goldpfeil ist auf Mallorca verstorben. Hans-Jörg Seeberger kontrollierte Marken wie Salamander, Junghans und Dugena und ließ für Esprit und Puma fertigen. In den vergangenen Wochen hatte es Gerüchte über seinen Verbleib und die Zukunft seines angeschlagenen Imperiums gegeben.

Hamburg - Hans-Jörg Seeberger, 64, starb am 19. Oktober in seinem Haus auf Mallorca, wie aus Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL hervorgeht. Der in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Unternehmer hatte seine Holding Egana Goldpfeil  Anfang der neunziger Jahre an die Börse in Hongkong gehievt.

In den Folgejahren kaufte er eine Sammlung prominenter deutscher Marken zusammen, zu denen unter anderem die Uhrenhersteller Dugena und Junghans, der Ledertaschenhersteller Goldpfeil und die Kinderschuhmarke Lurchi gehören. Für Puma , Esprit Holdings  und Joop fertigt die Firma in Lizenz.

Der Kauf der Schuhhandelskette Salamander im Jahr 2005 gilt als einer der größten Coups des Selfmade-Konzernchefs, der Mitte der achtziger Jahre nach Asien ausgewandert war. Eine Zeit lang erschien Seebergers aufstrebendes Markenimperium wie eine deutschen Antwort auf den französischen Luxusmulti LVMH .

Doch der Glanz währte nicht lang: Im diesem Jahr schlitterte die Mode- und Schmuckmarken-Holding knapp an einer Insolvenz vorbei. Gerüchte über Unregelmäßigkeiten machten die Runde, Aktionärsschützer nahmen Seeberger unter Feuer. Im September sackte die Aktie der Holding binnen weniger Wochen auf einen Bruchteil ihres einstigen Wertes ab. Egana Goldpfeil musste einräumen, dass Wirtschaftsprüfer von KPMG 215 Millionen Euro Forderungen an Kunden als "unsicher" eingestuft hatten.

Ende vergangenen Monats fand Egana mit dem Hongkonger Kaufhauskonzern Lifestyle International zwar einen Investor, der einen Notfallkredit gewährte und im Gegenzug fast 30 Prozent des Aktienkapitals erhielt. Doch Seebergers Reputation war bereits zerstört, er selbst von der Bildfläche verschwunden - zur Verwunderung von Presse und Aktionären. Noch kürzlich fragte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung": "Wo ist Seeberger?" und fand keine Antwort darauf.

In offiziellen Mitteilungen war nur diffus von gesundheitlichen Ursachen für das Verschwinden des Firmengründers die Rede. Gerüchte besagten hingegen, Seeberger habe sich wegen der Finanzkrise seines Unternehmens abgesetzt. Im Nachhinein ist nun klar: Seeberger war schon zu krank, um die Geschicke seines eilig zusammengekauften Markenimperiums weiter zu bestimmen.

manager-magazin.de

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