MTU Aero Aus der Schusslinie

Stefan Weingartner wird neuer MTU-Vorstand für zivile Instandhaltung. Bisher leitete Weingartner die militärischen Programme des Triebwerksherstellers, etwa für den Eurofighter und den Militärtransporter A400M. Erst kürzlich hatte Airbus Auslieferungsverzögerungen beim A400M bekanntgegeben - wegen Problemen mit dem Triebwerk.

München - Stefan Weingartner (46) löse zum 1. November Bernd Kessler ab, der Chef des Schweizer Flugzeuginstandhaltungsunternehmens SR Technics werde, teilte MTU Aero  am Donnerstag mit. Das Instandhaltungsgeschäft ist für Triebwerkshersteller sehr wichtig, da es über einen längerfristigen Zeitraum stetige Einnahmen garantiert.

Erst am Mittwoch hatte Airbus das Konsortium Europrop International GmbH (EPI), an dem unter anderem MTU beteiligt ist, für Verzögerungen bei der Entwicklung des Antriebs für den Militär-Airbus A400M verantwortlich gemacht. Airbus gab bekannt, dass der A400M mindestens ein halbes Jahr später als geplant ausgeliefert wird. Grund sei unter anderem "der langsame Fortschritt bei der Entwicklung des Motors".

Die Bundeswehr hat für etwa 8,6 Milliarden Euro insgesamt 60 Maschinen vom Typ A400M bestellt, um die bisherigen Transall-Maschinen zu ersetzen. Erstabnehmerin des Transportflugzeuges ist die französische Armee.

MTU ist mit einem Viertel an einem internationalen Konsortium beteiligt, das mit der Entwicklung der Turboprop-Motoren für den A400M betraut ist. Neben MTU gehören der EPI auch die spanische ITP, Rolls-Royce (Großbritannien) und Snecma (Frankreich) an.

MTU erwartet aber keine zusätzlichen finanziellen Belastungen wegen der Verzögerungen beim Airbus-Militärtransporter. Man habe im vergangenen Jahr wegen möglicher Verspätungen Rückstellungen von gut 24 Millionen Euro gebildet, sagte ein MTU-Sprecher. Derzeit gehe man davon aus, dass damit die möglichen Belastungen abgedeckt seien. Dies beinhalte zum Beispiel auch theoretisch denkbare Schadenersatzforderungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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