Expansion Gazprom plant Investmentbank

Der russische Energiekonzern Gazprom steht offensichtlich kurz vor der Eröffnung einer Investmentbank in Großbritannien. Das Institut Gazprom Financial Services in London soll von drei früheren Dresdner-Kleinwort-Bankern geführt werden.

London - Das schreibt das "Wall Street Journal Europe" (Dienstag) unter Berufung auf Dokumente, die bei "Companies House" eingereicht wurden. Das ist die Behörde, die für das Unternehmensregister in England und Wales zuständig ist.

Chef der neuen Investmentbank soll dem Bericht zufolge Ulrich Rolf Gerza werden. Gerza war früher Managing Director bei Dresdner Kleinwort und ist gegenwärtig stellvertretender Direktor bei der Gazprombank. Zur ersten Führungsebene sollen außerdem Mark Humphreys und Chaitanya Joshi gehören, die zusammen mit Gerza bei Dresdner Kleinwort gearbeitet hatten.

Verwaltungsratschef soll den Angaben zufolge Alexej Obozintsev, der Vizechef der Gazprombank, werden. Weitere Mitglieder des Verwaltungsrats seien die beiden stellvertretenden Gazprombank-Direktoren Igor Rusanov und Akaki Beruchashvili.

Die avisierte Gründung der neuen Investmentbank erfolgt bereits drei Monate nachdem die Gazprombank angekündigt hatte, ein Büro in London eröffnen zu wollen. Mitte Juli dieses Jahres hatte die Finanzsparte des staatlichen russischen Gasmonopolisten mitgeteilt, sie wolle sich mit ihrer Repräsentanz in London größere Möglichkeiten auf den internationalen Finanzmärkten erschließen.

Die Gazprombank wurde 1990 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge inzwischen rund zwei Millionen Privat- sowie über 36.000 Geschäftskunden. Sie gehört zu den größten fünf Banken in Mittel- und Osteuropa. Zum Stand April 2007 summieren sich ihre verwalteten Aktiva auf knapp 1,1 Billionen Rubel (umgerechnet 43 Milliarden Dollar) bei einem Aktienkapital von 88,3 Milliarden Rubel (3,5 Milliarden Dollar).

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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