Nobelpreis für Wirtschaft Auszeichnung für drei US-Forscher

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an die Amerikaner Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson. Es ist bereits das achte Mal in Folge, dass US-Wissenschaftler den Wirtschaftsnobelpreis bekommen.

Stockholm - Stockholm - Der Wirtschaftsnobelpreis bleibt in amerikanischer Hand. Wie die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm mitteilte, wird die Auszeichnung in diesem Jahr an den 90 Jahre alten Leonid Hurwicz, Eric S. Maskin (56) und Roger B. Myerson (56) vergeben. Alle drei sind US-Bürger.

Die Schwedische Reichsbank zeichnete damit im Andenken an den Industriellen Alfred Nobel ihre Beiträge zur Theorie von wirtschaftlichen Handlungsvorgängen aus, der sogenannten "mechanism design theory".

Die Arbeiten sind Teil der Vertragstheorie und haben das Verständnis von gut funktionierenden Märkten verbessert. Der in Moskau geborene Hurwicz gilt als Begründer der Theorie, die Strategien beim Abschluss von Verträgen erforscht. Maskin und Myerson hätten sie wesentlich weiterentwickelt, hieß es in der Begründung des Stockholmer Komitees.

Der Preis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember gemeinsam mit den übrigen fünf Nobelpreisen überreicht. Die Auszeichnung im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 verliehen und wurde von der schwedischen Notenbank gestiftet, um der wachsenden Bedeutung wirtschaftlicher Fragen Rechnung zu tragen. Es ist bereits das achte Mal in Folge, dass US-Wissenschaftler den Wirtschaftsnobelpreis bekommen.

Seit der ersten Vergabe wurden insgesamt 61 durchweg männliche Wissenschaftler ausgezeichnet. Von ihnen hatten 47 an US-Universitäten oder -Instituten gearbeitet. Die traditionellen Nobelpreise für Medizin, Chemie, Physik, Literatur und Frieden werden seit 1901 vergeben und wurden bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt.

Im vergangenen Jahr erhielt der US-Ökonom Edmund Phelps die Auszeichnung für die Erforschung des Zusammenhangs von Preisentwicklung und Arbeitsmarkt. Als wichtigster Wirtschafts-Nobelpreisträger, dessen Einfluss auf die Wirtschaft nicht wegzudenken ist, gilt der US-Amerikaner Milton Friedman. Er wurde vor 30 Jahren für seine Theorien über den Zusammenhang der Geldversorgung der Wirtschaft mit der Preisentwicklung ausgezeichnet.

Erster und bisher einziger deutscher Nobelpreisträger in dieser Disziplin ist der ehemalige Bonner Volkswirtschaftsprofessor Reinhard Selten. Er wurde 1994 zusammen mit den US-Wissenschaftlern John Nash und John Harsanyi für die Weiterentwicklung der Spieltheorie geehrt, die das strategische Verhalten von Spielern auf wirtschaftliche und andere wissenschaftliche Fragen überträgt. Nash wurde vor einigen Jahren weltbekannt durch den Hollywood-Film "A Beautiful Mind".

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa