ABN Amro Ein Schotte an der Spitze

Nach der Übernahme von ABN Amro nimmt ein Manager der Royal Bank of Scotland auf dem Chefsessel des niederländischen Instituts Platz. Mark Fisher aus dem RBS-Führungsgremium wird nach dem Rücktritt von Rijkman Groenink das Ruder bei ABN übernehmen.

Amsterdam - Das Konsortium unter Führung der Royal Bank of Scotland  (RBS) übernimmt das Ruder bei der übernommenen niederländischen Großbank ABN Amro . Mark Fisher aus der RBS-Führung werde neuer ABN-Chef, teilte der Käuferkreis am Donnerstag mit. Die anderen Vorstandsmitglieder bleiben dagegen vorerst im Amt, allerdings mit geänderten Zuständigkeiten, die jedoch nicht näher erläutert wurden. Auch Aufsichtsratschef Arthur Martinez soll im Amt bleiben.

Fisher folgt auf Rijkman Groening, der am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt hatte. Groening hatte sich lange gegen die Übernahme durch die RBS, den belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis  und die Banco Santander  gewehrt, steht an ihrem Ende doch die Aufteilung der ABN Amro unter den Käufern. Stattdessen unterstütze Groening ein konkurrierendes Angebot der britischen Barclays Bank .

Die Aktionäre bevorzugten jedoch die höhere, rund 71 Milliarden Euro schwere Offerte des Trios und boten 86 Prozent der Anteile zum Kauf an. Daraufhin erklärte das Konsortium alle Übernahmebedingungen für erfüllt und wird nun am 17. Oktober die ihnen angebotenen ABN-Anteilsscheine gegen Bargeld und RBS-Aktien tauschen. Nachzügler können noch bis Ende des Monats an das Konsortium verkaufen.

Die Royal Bank of Scotland strebt im Zuge der Übernahme eine Listung an der Euronext  in Amsterdam an. Termin ist der 15. Oktober. Groeninks Rücktritt wird auf einer außerordentlichen Hauptversammlung erfolgen, die im Anschluss an den Kauf stattfinden soll. Dann werden auch der neue Vorstand und der neue Aufsichtsrat endgültig berufen.

Fortis hat durch eine Kapitalerhöhung wie geplant 13,4 Milliarden Euro für die Übernahme aufgebracht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Insgesamt steuert der Finanzkonzern 24,7 Milliarden Euro bei.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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