IG-Metall Peters bleibt VW-Aufsichtsrat

Der scheidende IG-Metall-Chef Jürgen Peters soll vorläufig im Aufsichtsrat von Volkswagen verbleiben. Damit will die IG Metall für Kontinuität im Kontrollgremium sorgen.

Berlin - Ein Wechsel stehe voraussichtlich Mitte nächsten Jahres an, sagte Peters' designierter Nachfolger Berthold Huber am Mittwochabend in Berlin. Bis dahin solle Kontiunität in dem Kontrollgremium von Europas größtem Autobauer während der anstehenden Entscheidungen herrschen.

Huber verwies zum Beispiel auf die Bemühungen von VW um eine Allianz der beiden Nutzfahrzeughersteller MAN  und Scania , in die der Wolfsburger Konzern sein eigenes Geschäft mit schweren Lkw einbringen will.

Außerdem wird erwartet, dass das VW-Gesetz demnächst vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) kassiert wird, das dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem VW-Eigner bisher eine Sonderstellung einräumt. VW-Hauptaktionär Porsche  will das für 23. Oktober angekündigte EuGH-Urteil abwarten, bevor er darüber entscheidet, ob der Anteil an Volkswagen  erhöht. Die Stuttgarter halten 31 Prozent an VW.

Huber ließ außerdem erkennen, dass er nach seinem Wechsel in den VW-Aufsichtsrat weiter dem Kontrollgremium von Siemens  angehören will. Die IG Metall dominiert künftig die Arbeitnehmerbank des Technologiekonzerns. Siemens habe derzeit größere Bedeutung für die Gewerkschaft als jeder Automobilkonzern in Deutschland, sagte Huber. "Wir sind zum ersten Mal eine anerkannte Größe bei Siemens", betonte er. Die wegen Bestechungsvorwürfen in der Kritik stehende Arbeitnehmerorganisation AUB hat keinen Vertreter mehr im Siemens-Aufsichtsrat.

Huber soll auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall Anfang November in Leipzig zum neuen Vorsitzenden von Deutschlands größter Gewerkschaft gewählt werden. Er ist bisher Peters Stellvertreter.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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