Reichste Chinesen Steinreich mit zehn Jahren

Im Zuge von Börsen- und Immobilienboom werden Chinas Reiche immer reicher. Unterdessen sind schon Kinder Großaktionäre bedeutender Banken. Einem aktuellen Ranking zufolge nahm die Zahl der Milliardäre innerhalb eines Jahres von 15 auf 108 zu.

Peking - Ein Zehnjähriger ist Großaktionär einer chinesischen Bank. Die Bank of Beijing, die erst Mitte September an die Börse gegangen war, bestätigte Presseberichte, dass unter ihren Anteilseignern Dutzende von Minderjährigen sind.

Der spektakulärste Fall ist der zehnjährige Junge, dem rund 1,3 Millionen Aktien gehören. Damit zählt der Knabe zu den größten Aktionären des Instituts, wie das halboffizielle China News Centre berichtet. Insgesamt hat der Konzern mehr als 80 Anteilseigner, die jünger als 18 Jahre sind. 35 von ihnen besitzen mehr als 100.000 Aktien.

Möglicherweise haben Eltern ihre Anteilsscheine auf ihre Kinder übertragen, um Steuern zu sparen. Juristen und Finanzexperten kritisierten die ungewöhnlich hohe Zahl minderjähriger Aktionäre. Die Experten warnten, die Kinder könnten die Risiken an den Börsen nur schwer einschätzen.

Die Bank of Beijing selbst erklärte, die Kinder-Aktionäre bei einer Prüfung entdeckt zu haben. Bezüglich des Alters der Aktionäre gebe es jedoch keine gesetzlichen Begrenzungen. Deshalb sieht die Bank auch keinen Handlungsbedarf.

Insgesamt leben in China mittlerweile mehr Dollar-Milliardäre als in jedem anderen Land der Welt mit Ausnahme der USA. Das geht aus einer Untersuchung des Forschers Rupert Hoogewerf hervor. Hoogewerf hat vor seiner Selbstständigkeit als Journalist für das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" gearbeitet und dort die Reichsten-Liste für China erstellt. Heute ist er Verfasser des "Hurun-Reports". Demnach ist die Zahl der chinesischen Milliardäre innerhalb eines Jahres von 15 auf 108 gesprungen.

Das ist alles nur geerbt

Das ist alles nur geerbt

Angeführt wird die Liste von der 25-jährigen Yang Huiyan. Ihr Vermögen wird auf 16 bis 17,5 Milliarden Dollar geschätzt. Auch "Forbes" hatte kürzlich über Yang berichtet. Ihr Vater Yeung Kwok Keung übertrug Yang im Jahr 2005 seine Anteile am Unternehmen Country Garden.

Yeung verdiente sein Geld als Bauunternehmer. Erst vor einem halben Jahr brachte er sein Unternehmen an die Börse. Knapp 60 Prozent der Aktien überschrieb Yeung seiner Tochter. Yang führt seit 2005 die Geschäfte des Unternehmens. "Forbes" zufolge ist Yang die weltweit zweitjüngste Superreiche nach Prinz Albert von Thurn und Taxis.

Auf Platz zwei folgt ebenfalls eine Frau, Zhang Yin. Die 49-jährige Unternehmerin gilt der Hurun-Liste zufolge als die reichste Self-made-woman der Welt. Ihr Geld - rund zehn Milliarden Dollar - verdiente sie mit Verpackungsmaterialien.

Auf Platz drei liegt Xu Rongmao mit 7,5 Milliarden Dollar, gefolgt von Huang Guangyu mit sechs Milliarden Dollar. Aufsteiger des Jahres ist Peng Xiaofeng. Mit seinem an er Nasdaq  notierten Solarunternehmen LDK Solar landete er mit einem geschätzten Vermögen von 5,3 Milliarden Dollar aus dem Stand auf Platz 6. Zum Vergleich: Der mexikanische Großunternehmer Carlos Slim kommt auf ein Vermögen von 67,8 Milliarden Dollar und ist damit der reichste Mensch der Welt. Die Nummer zwei, Bill Gates, wird auf 59,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Im Jahr 2006 führte der Chinese Huang Guangyu die Liste an - mit einem Vermögen von 2,3 Milliarden Dollar. Huang fiel in der aktuellen Forbes-Liste trotz 56 Prozent Vermögenszuwachses mit 3,6 Milliarden Dollar auf Platz zehn. Auch Zhang Yin sackte Forbes zufolge von Platz fünf auf Platz elf.

Laut "Forbes" sind in diesem Jahr alle vierzig aufgelisteten Chinesen Milliardäre. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 15. Diese Entwicklung sei Resultat des Booms am chinesischen Aktien- und Immobilienmarkt. Betrug das Gesamtvermögen der reichsten Chinesen im vergangenen Jahr 38 Milliarden Dollar, so sind es mittlerweile 120 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters