Sprint Nextel Schleudersitz selbst ausgelöst

Der US-Mobilfunker Sprint Nextel verliert seinen Chef, Gary Forsee. Die Gründe sind leicht erklärt. Zeitgleich mit der Demission gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung heraus. Außerdem soll schon länger ein Nachfolger gesucht werden.

Reston - Der Chef des US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel , Gary Forsee, ist zurückgetreten. Zugleich kündigte das Unternehmen am Montagabend an, dass im dritten Quartal voraussichtlich 337.000 Vertragskunden verloren wurden und die Gewinn- und Umsatzziele in diesem Jahr verfehlt werden.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Verwaltungsrat bereits nach einem Nachfolger für Forsee sucht. In dieser Situation habe er nicht weiterarbeiten können, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf eine informierte Person. Offenbar hat Forsee unter diesen Umständen den Schleudersitz lieber selbst ausgelöst.

Forsee hatte das Unternehmen seit 2003 geleitet und unter anderem die 35 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Nextel durch Sprint in die Wege geleitet. Die Integration der beiden Unternehmen gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet. Nun hieß es, der operative Umsatz werde im laufenden Jahr leicht unterhalb der bisher angepeilten Marke von 41 bis 42 Milliarden Dollar bleiben. Auch das operative Ergebnis werde niedriger ausfallen als geplant. Die Zahlen für das dritte Quartal will das Unternehmen am 1. November vorlegen.

Finanzvorstand übernimmt kommissarische Leitung

Finanzvorstand Paul Saleh (50) soll kommissarisch die Konzernführung übernehmen, während nach einem neuen Chef gesucht wird. Dem "Wall Street Journal" zufolge sind zwei ehemalige Sprint- Manager unter den Kandidaten in der engeren Auswahl: Andrew Sukawaty, der jetzt den Satelliten-Kommunikationsdienst Inmarsat leitet, und Dan Hesse, Chef beim Telekom-Unternehmen Embarq, der früheren Regionaltelefongesellschaft von Sprint.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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