Hugo Boss Permira übernimmt die Kontrolle

Die Übernahme des Modekonzerns Hugo Boss hat Folgen im Aufsichtsrat. Der Finanzinvestor Permira hat fast die Hälfte der Kontrolleursposten neu besetzt. Fünf Permira-Vertreter wurden in das Gremium entsandt.

Metzingen - In der Mitteilung des Modekonzerns von Freitag heißt es, der Hugo-Boss-Vorstand habe dem Amtsgericht neue Mitglieder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen. "Das Gericht ... hat mit sofortiger Wirkung folgende Personen als Anteilseignervertreter für die laufende Amtszeit bestellt: Gianluca Andena, Fabrizio Caretti, Ulrich Gasse, Martin Weckwerth und Katrin Wehr-Seiter."

Andena ist Partner bei Permira und Direktor des Permira-Ablegers Red & Black; Gasse, Weckwerth und Wehr-Seiter sind ebenfalls Permira-Partner. Die fünf neuen Kontrolleure ersetzen Philippe Bouckaert, Antonio Favrin, Andrea Dona dalle Rose, Dario Federico Segre und Reinhold Mestwerdt.

Im Aufsichtsrat bleiben weiterhin der bisherige Vorsitzende des Gremiums, Giuseppe Vita, und die Arbeitnehmervertreter Antonio Simina, Gert Bauer, Helmut Brust, Peter Haupt, Roland Klett und Rainer Otto.

Simina, zugleich Betriebsratsvorsitzender von Hugo Boss , reagierte zurückhaltend auf die Personalien. "Ich kenne die neuen Aufsichtsratsmitglieder noch nicht. Sie werden sich sicher bei der nächsten Sitzung vorstellen. Darauf bin ich gespannt", sagte er. Simina ist auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Er berichtete, dass viele Mitarbeiter sich Gedanken über den zukünftigen Kurs des Modekonzerns machten. "Ich hoffe es ändert sich nichts, weil das Unternehmen gut läuft." Für Permira sei die Übernahme eines Unternehmens wie Hugo Boss Neuland: "Bisher hatten die vor allem Sanierungsfälle. Aber wir sind kein Sanierungsfall."

Permira hatte Mitte September die Hugo-Boss-Übernahme abgeschlossen. Der Finanzinvestor hält nun knapp 90 Prozent der Stimmrechte am Metzinger Modekonzern. Über die Gesellschaft Red & Black kontrolliert Permira zudem knapp 74 Prozent des Grundkapitals. Der Finanzinvestor hatte zuvor die Boss-Mutter Valentino Fashion Group übernommen und so bereits die Kontrolle über 78,76 Prozent der Boss-Stimmrechte erlangt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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