Gehaltsreport Was leitende Angestellte verdienen

Wer unterhalb der Geschäftsführung arbeitet, hat zwar keinen so hochfahrenden Titel wie sein Chef, muss aber nicht darben. Führungskräfte der zweiten Ebene verdienen bis zu 500.000 Euro im Jahr. Am besten zahlen Pharma- und Chemieunternehmen und das holzverarbeitende Gewerbe.

Hamburg - Führungskräfte in Deutschland verdienen einer aktuellen Erhebung zufolge zwischen 40.000 Euro und mehr als 500.000 Euro. Das ist ein Ergebnis der am Donnerstag vorgestellten Vergütungsstudie "Leitende Angestellte 2007" der Unternehmensberatung Kienbaum.

Der Studie zufolge liegen 47 Prozent aller Führungskräfte in den Gehaltsklassen von 50.000 bis 100.000 Euro. 36 Prozent verdienen zwischen 100.000 und 150.000 Euro, 14 Prozent verdienen noch mehr. Alle Führungskräfte verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent.

In 86 Prozent der befragten Unternehmen soll die Vergütung die Leistungs- und Erfolgsorientierung ihrer Mitarbeiter verstärken. 66 Prozent wollen durch ihre Vergütungspolitik das Schlüsselpersonal an das Unternehmen binden und 60 Prozent hoffen, dass die Vergütung ein Motivationsinstrument für die Mitarbeiter ist.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten alle Führungskräfte eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent verzeichnen. "Im zunehmenden Wettbewerb um die besten Köpfe wird eine angemessene Vergütung immer entscheidender. Was jedoch im Einzelfall angemessen ist, lässt sich am einfachsten durch den externen Vergleich ermitteln", sagt Vergütungsexperte Christian Näser.

Im Rahmen der Studie wurden Gehaltsangaben zu insgesamt 4.955 Führungspositionen der 1. und 2. Ebene unterhalb des Vorstands oder der Geschäftsführung aus insgesamt 408 Unternehmen aller Größenklassen und Branchen ausgewertet. Analysiert wurden die monetären Bezüge (Grund- und Gesamtbezüge), variable Vergütungssysteme, Altersversorgungsregelungen und sonstige Zusatzleistungen.

Führungskräfte zählen zu der am besten ausgebildeten Berufsgruppe – und gute Ausbildung zahlt sich aus: 68 Prozent der 1. Ebene und 58 Prozent der 2. Ebene sind Absolventen von Hoch- oder Fachhochschulen. Das Qualifikations- und Vergütungsniveau steigt in der Regel mit der Stellung der Führungskraft in der Unternehmenshierarchie.

Größe zählt

Größe zählt

Der Abstand der Jahresgrundgehälter von der 2. zur 1. Ebene beträgt 21 Prozent, die Differenz der Jahresgesamtbezüge beläuft sich auf 29 Prozent. Der Unterschied von der 1. Führungsebene zur Geschäftsführung kann sogar 100 Prozent ausmachen – das heißt, Geschäftsführer oder Vorstände verdienen etwa doppelt so viel wie die ihnen unmittelbar unterstellten Führungskräfte.

Verteilung der Gehälter

Gehaltsklasse (in Tsd. €) Grundgehalt 1. Ebene Grundgehalt 2. Ebene Gesamtbezüge 1. Ebene Gesamtbezüge 2. Ebene
bis 40 - 1 - 1
40 - 50 3 2 2 2
50 - 60 4 7 4 5
60 - 70 8 15 5 10
70 - 80 9 20 7 13
80 - 90 14 19 9 16
90 - 100 12 16 9 17
100 - 110 13 10 10 11
110 - 120 11 5 8 9
120 - 130 8 2 9 6
130 - 140 5 1 8 4
140 - 150 4 1 7 2
150 - 175 5 1 11 3
über 175 2 - 13 2
insgesamt 100 100 100 100
Quelle: Kienbaum 2007

Die Unternehmensgröße ist neben der hierarchischen Einordnung einer der stärksten Bestimmungsfaktoren der Gehaltshöhe. Je größer das Unternehmen – gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahl – desto höher fallen die Bezüge der Führungskräfte aus. Eine Führungskraft der 1. Ebene in einem Unternehmen mit bis zu zehn Millionen Euro Umsatz verdient im Durchschnitt 88.000 Euro. Hätte diese Person diese Position in einem Unternehmen, das mehr als 1.5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet, so würden 172.000 Euro auf der Gehaltsabrechnung stehen.

Hingegen hat die Branche nur bedingten Einfluss auf die Vergütungshöhe. "Führungspositionen in größeren Unternehmen sind komplexer angelegt, stellen höhere Anforderungen an Fähigkeit und Engagement und sind mit höherer Personalverantwortung verbunden. Aus dieser anspruchsvolleren Aufgabenstellung ergibt sich dann eine entsprechend bessere Dotierung", sagt Näser.

Die betriebliche Altersversorgung ist für Arbeitnehmer die wichtigste Zusatzleistung, da die gesetzliche Sozialversicherungsrente nicht mehr ausreicht, um nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Diese zusätzliche Leistung ist für Unternehmen jedoch unbestritten die teuerste Leistungsform.

70 Prozent aller Unternehmen bieten ihren Führungskräften eine betriebliche Altersversorgung, etwa in Form einer klassischen Leistungszusage, als beitragsorientierte Leistungszusage oder als so genannte Beitragszusage mit Mindestleistung. Eine ähnlich stark verbreitete Zusatzleistung ist der Firmenwagen: 60 Prozent aller Führungskräfte profitieren von dieser Vergünstigung.

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Welche Branchen am besten zahlen

Gehälter (in Tsd. €) nach Branchen und Ebenen

Branche Grund-gehalt 1. Ebene Grund-gehalt 2. Ebene Gesamt-bezüge 1. Ebene Gesamt-bezüge 2. Ebene
Energie- und Versorgungsunternehmen 114 84 143 98
Steine/Erden, Keramik/Glas 117 91 136 104
Metall (Erzeugung, Halbprodukte) 100 91 117 105
Pharma, Medizin, Biotechnik 118 84 151 103
Chemie, Mineralölverarbeitung 108 84 154 122
Kunststoff, Gummi 88 76 106 85
Holz und Papier 109 93 146 116
Maschinen-/
Anlagen-/
Fahrzeugbau
105 81 128 90
Elektrotechnik, Elektronik, IT, Telekommunikation 111 95 132 107
Feinmechanik, Optik 103 88 124 97
Eisen-, Blech-, Metallwaren 93 79 107 85
Druckereien und Verlage, Medien 118 100 139 114
Leder, Textil, Bekleidung 104 88 131 111
Nahrungs- und Genussmittel 99 72 107 86
Bauwirtschaft 101 74 110 80
Groß- und Außenhandel 98 78 112 86
Einzelhandel, Versandhandel 92 88 108 94
Transport und Verkehr, Logistik 84 72 102 85
Grund- und Wohnungswirtschaft 91 83 117 91
EDV-Beratung, Softwarehäuser, Rechenzentren 82 77 105 98
Wirtschafts-/
Rechts-/
Steuerberatung
106 96 116 104
Banken, Finanzdienstleistungen, Versicherungen 112 95 144 120
sonstige Dienstleistungen 91 71 136 113
insgesamt 102 84 125 97
Quelle: Kienbaum 2007

Wo es die größten Steigerungen gab

Grundgehaltssteigerungen vom 1.5.2006 bis 1.5.2007

Branche Grundgehalts-steigerungen(in %)
Energie- und Versorgungsunternehmen 3,9
Steine/Erden, Keramik/Glas 3,2
Metall (Erzeugung, Halbprodukte) 3,4
Pharma, Medizin, Biotechnik 3,5
Chemie, Mineralölverarbeitung 3,6
Kunststoff, Gummi 3,4
Holz und Papier 2,8
Maschinen-/Anlagen-/Fahrzeugbau 3,6
Elektrotechnik, Elektronik, IT, Telekommunikation 3,6
Feinmechanik, Optik 3,3
Eisen-, Blech-, Metallwaren 3,1
Druckereien und Verlage, Medien 3,4
Leder, Textil, Bekleidung 3,2
Nahrungs- und Genussmittel 3,0
Bauwirtschaft 3,7
Groß- und Außenhandel 3,5
Einzelhandel, Versandhandel 2,8
Transport und Verkehr, Logistik 3,5
Grund- und Wohnungswirtschaft 2,8
EDV-Beratung, Softwarehäuser, Rechenzentren 3,6
Wirtschafts-/Rechts-/Steuerberatung 3,7
Banken, Finanzdienstleistungen, Versicherungen 4,1
sonstige Dienstleistungen 4,0
insgesamt 3,5
Quelle: Kienbaum 2007
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