Reichste Amerikaner Eine Milliarde Dollar ist nicht genug

Ein Vermögen von einer Milliarde Dollar reicht nicht mehr, um sich einen Platz in der "Forbes"-Liste der 400 reichsten Amerikaner zu sichern. Die Einstiegsschwelle liegt jetzt bei 1,3 Milliarden. Reichster Amerikaner bleibt Bill Gates, Aufsteiger des Jahres sind die Google-Gründer und ein alter Bekannter aus dem Casino-Gewerbe.

New York - Die Reichen werden tatsächlich immer reicher: Das addierte Vermögen der 400 Superreichen in den USA erreicht nach der am Donnerstag veröffentlichten Liste 1,54 Billionen Dollar (1,1 Billionen Euro) - verglichen mit 1,25 Billionen Dollar (890 Milliarden Euro) im Jahr 2006.

Vergleichsweise langweilig liest sich die Reihenfolge auf den besten Plätzen der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft. Seit 14 Jahren wird die Liste des Wirtschaftsmagazins angeführt von Microsoft-Gründer Bill Gates, dessen Nettovermögen inzwischen auf 59 Milliarden Dollar (42,05 Milliarden Euro) geschätzt wird. Danach folgen Warren Buffett von der Firma Berkshire Hathaway  mit 52 Milliarden und Kasino-Mogul Sheldon Adelson mit 28 Milliarden. Den vierten Platz behauptete Datenbank-König Larry Ellison vom IT-Unternehmen Oracle  mit 26 Milliarden Dollar.

Danach aber wird es interessanter: Erstmals in die Top Ten haben es die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page geschafft, die sich mit jeweils 18,5 Milliarden Dollar einträchtig Platz fünf teilen. Ihr Vermögen hat sich seit 2004 vervierfacht. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Google-Guys noch den 12. Platz belegt.

Zu Hollywoods reichsten Männern zählen "Star Wars"-Schöpfer George Lucas (63), der mit 3,9 Milliarden Dollar den 86 Rang belegt. Oscar-Preisträger Steven Spielberg (60) schaffte es mit drei Milliarden Dollar immerhin auf Platz 117.

Reiche Heuschrecken

Reiche Heuschrecken

Weiter unten in der Liste hat nahezu die Hälfte der 45 Neulinge ihr Vermögen mit Hedge-Fonds und Private-Equity-Investments gemacht - das Geschäft der "Heuschrecken" scheint sich also weiter zu lohnen. Unter den Mitgliedern dieses Berufsstandes findet sich auch der Jüngste in der "Forbes"-Liste: Der 33-jährige Hedge-Fonds-Manager John Arnold liegt mit 1,5 Milliarden Dollar auf Platz 317.

"Die Wall Street gibt in diesem Jahr die Rechnung vor", sagte der zuständige Redakteur der "Forbes"-Liste, Matthew Miller. Niemand könne wissen, ob die Newcomer im nächsten Jahr auch noch dabei seien. "Das hängt ganz davon ab, wie sich der Markt entwickelt." Andere wurden vom Boom der Ölpreise nach oben gespült. So stießen die Ölunternehmer Charles und David Koch mit 17 Milliarden Dollar auf den neunten Platz vor. Sie verdrängten die Walton-Familie als Erben des Einzelhandelskonzerns Wal-Mart  erstmals seit 1989 aus den Top Ten.

Kirk Kerkorian machte in diesem Jahr wieder Schlagzeilen wegen seiner Ambitionen in der Automobilindustrie. In diesem Jahr machte Kerkorian den größten Sprung auf der Liste. Vom 26. schaffte er es auf den siebten Platz. Sein Vermögen wuchs binnen Jahresfrist um mehr als neun Milliarden auf 18 Milliarden Dollar. Dass der 90-Jährige seine Position so verbessern konnte, verdankt er seinen Kasino-Geschäften als Mehrheitsaktionär bei MGM Mirage. Das Unternehmen erwirtschaftete Rekordprofite in Las Vegas.

Unter den 400 reichsten Amerikanern sind Forbes zufolge 39 Frauen. 270 Milliardäre hätten ihr Vermögen vollständig selbst angehäuft, 74 hätten es geerbt. Weitere 82 Milliardäre schafften es nicht auf die Liste.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters und dpa