Deutsche Börse Profumo verlässt Aufsichtsrat

Offenbar hat Unicredit-Chef Alessandro Profumo sein Aufsichtsratsmandat bei der Deutschen Börse niedergelegt. Als Gründe werden Interessenkonflikte genannt. Das italienische Geldhaus wird Großaktionär der neuen Börse London-Mailand.

Düsseldorf - Der Chef der italienischen Großbank Unicredit , Alessandro Profumo, hat einem Pressebericht zufolge sein Mandat im Aufsichtsrat bei der Deutschen Börse  wegen der Fusion der Börsen Mailand und London zurückgegeben.

Profumo habe den Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Kurt Viermetz, am Wochenende über seinen Rücktritt informieren wollen und den Schritt mit drohenden Interessenkonflikten zwischen seinem Mandat in Frankfurt und der Rolle der Bank als Großaktionär der neuen Börse London-Mailand begründet, berichtete das "Handelsblatt" (Montagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise.

Unicredit ist mit 20 Prozent größter Aktionär der Mailänder Börse und wird auch bei dem neuen Konzern zu den maßgeblichen Einzelaktionären gehören.

Ein Unicredit-Sprecher wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Auch die Deutsche Börse gab auf Anfrage von manager-magazin.de keine Stellungnahme ab.

Die Deutsche Börse hat dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr vergeblich um ein Zusammengehen mit der Mailänder Börse geworben. Dem Vernehmen nach sei das Projekt unter anderem an Meinungsverschiedenheiten über die Posten- und Machtverteilung zwischen den beiden Finanzplätzen Frankfurt und Mailand gescheitert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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