Dienstag, 28. Januar 2020

Alan Greenspan Harsche Bush-Kritik

Steuerpolitik mangelhaft, Staatsausgaben "außer Kontrolle": Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan geht in seinen Memoiren mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush hart ins Gericht.

Washington - Der frühere Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, hat in seinen Memoiren Präsident George W. Bush scharf kritisiert. Bush und seine republikanische Partei hätten ihre politische Ziele über eine vernünftige Wirtschaftspolitik gestellt, zitierten mehrere US-Zeitungen am Samstag aus der Autobiografie des langjährigen Fed-Chefs, die am Montag im Buchhandel erscheinen soll.

Bush-Bashing: Ex-Notenbankchef Greenspan hält wenig von der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten
"Es wurde wenig Wert auf eine konsequente Debatte über die Wirtschaftspolitik oder die Abwägung der langfristigen Folgen gelegt", schreibt Greenspan in seinem Buch "The Age of Turbulence: Adventures in a New World". So habe er erfolglos das Präsidialamt aufgefordert, die "außer Kontrolle geratenen" Staatsausgaben, die im Kongress von der damaligen Mehrheit der Republikaner beschlossen worden seien, zu stoppen, schreibt der 81-Jährige weiter.

Die Wahlschlappe der Republikaner und der damit verbundene Verlust der Kongress-Mehrheit im vergangenen Jahr sei deswegen auch verdient gewesen. Denn sie hätten Ausgaben zu Gunsten der eigenen Partei und ihrer Anhänger durchgesetzt. Dies sei auf Kosten steuerpolitischer Umsicht gegangen, welche die Republikaner gegen das Prinzip der Machterhaltung eingetauscht hätten, heißt es in den Buchauszügen weiter, die in dem "Wall Street Journal", der "New York Times", der "Washington Post" und von "USA Today" veröffentlicht wurden.

Greenspan stand von August 1987 bis Januar 2006 an der Spitze der Federal Reserve. Es war die zweitlängste Amtszeit in der 93-jährigen Geschichte der Notenbank. Bush trat sein Amt 2001 an.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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