Michael Otto Dinner for 300

Michael Otto geht - und 300 hochrangige Gäste kamen. Von Bundespräsident Horst Köhler bis hin zu Model Liz Hurley standen die Prominenten am Donnerstagabend Schlange, um den Chef des Familenkonzerns Otto aus der Unternehmensspitze zu verabschieden.

Hamburg - Ein gemütliches Abendessen mit dem Partner oder der Familie – so stellt sich Otto Normalbürger ein privates Dinner vor. Wenn Michael Otto dazu einlädt, stehen rund 300 Gäste vor der Tür. Zusätzlich sind zig Polizisten, Journalisten und Personenschützer mit von der Partie.

Der Chef des Familienkonzerns Otto freut sich dennoch. Kein Wunder, denn unter den Gästen, die sich am Donnerstagabend ihm zu Ehren in der Hamburger Handelskammer versammelten, sind hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Von Altkanzler Helmut Schmidt über Verlegerin Friede Springer bis hin zum Model Liz Hurley – sie alle kamen, um den 64-Jährigen von der Spitze des Familienkonzerns Otto zu verabschieden.

Zum 1. Oktober übergibt der Unternehmer und Mäzen nach 26 Jahren den Vorstandsvorsitz an seinen Nachfolger Hans-Otto Schrader. Otto wird danach in den Aufsichtsrat wechseln. Überraschend kam sein Ausstieg nicht. "Ich habe ja schon sehr früh gesagt, dass ich vor meinem 65. Geburtstag ausscheiden werde", sagte Otto gegenüber manager-magazin.de.

Der Unternehmer und Mäzen sieht seinen Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das "Hands-on", also sofort anzupacken, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten ist, werde ihm fehlen. Auf der anderen Seite freue er sich aber, dass viel Routinearbeit wegfällt, die mit dem Vorstandsvorsitz verbunden ist.

Bei den Feierlichkeiten in der Handelskammer durften die Gäste zunächst einmal an den angenehmen Seiten des Abschieds teilhaben. Um von Michael Otto nebst Gattin Christl persönlich begrüßt zu werden, reihten sich die Prominenten in die Schlange ein. Daneben standen Otto-Nachfolger Hans-Otto Schrader und seine Ehefrau Ute Spalier, um jeden Gast einzeln willkommen zu heißen.

Auch Bundespräsident Horst Köhler befand sich unter den Wartenden. "Ich habe mir als Bundespräsident vorgenommen, auf Vorbilder hinzuweisen. Michael Otto ist solch ein Vorbild – als Unternehmer, aber auch in seinem Bürgersinn. Deshalb bin ich hier", sagte Köhler. Otto übt neben seiner Unternehmeraufgabe zahlreiche Ehrenämter aus und engagiert sich für Umweltschutz und Menschenrechte. Diesen Aufgaben will er sich in Zukunft verstärkt widmen.