Harvard Der Goldjunge geht

Mohamed El-Erian, äußerst erfolgreicher Präsident des mit 35 Milliarden Dollar weltgrößten Universitätsvermögens-Fonds Harvard Management Company, kehrt der Eliteuni den Rücken. El-Erian wird einer von drei Chefs der Investmentgesellschaft und Allianz-Tochter Pimco.

Newport Beach - Mohamed El-Erian stößt zum Jahreswechsel als dritter Chef und Investmentmanager zu der Fondsmanagement-Firma Pacific Investment Management Company Co. (Pimco). Dies gab Pimco mit Sitz in Newport Beach am Dienstag bekannt. Für Pimco ist für El-Erian kein Unbekannter: Bevor er 2005 die Leitung der Harvard Management Company (HMC) übernahm, arbeitete der Manager bereits für den Fondsverwalter. Er hatte bei Pimco lange den Drittweltländer-Anleihefonds geleitet.

Pimco wird von Bill Thomson (62) und seinem legendären Gründer und -Investmentchef Bill Gross (63) geführt. Die beiden Spitzenmanager haben zurzeit keine Rücktrittspläne. Sie hätten gerade Vertragsvereinbarungen über die nächsten fünf Jahre getroffen, betonte Thomson.

Pimco verwaltet Vermögenswerte von 693 Milliarden Dollar (502 Milliarden Euro) und gehört über die Holding Allianz Global Investors zum deutschen Versicherungsriesen Allianz . Pimco ist eine der größten Anleihefonds-Firmen der Welt.

Gross und Thomson haben mit El-Erian nun einen international erfolgreichen und angesehenen Anleihe-Investmentspezialisten in die Pimco-Führungsspitze geholt. El-Erian hatte im Oktober 2005 die HMC-Führung übernommen.

2007 hatte El-Erian die Vermögenswerte des Harvard-Fonds um 23 Prozent auf 34,9 Milliarden Dollar erhöht, berichtete die "New York Times" erst kürzlich in ihrer Online-Ausgabe. 350 Millionen Dollar gingen allerdings im Juli verloren, als die beiden Hedgefonds der Bostoner Investmentfirma Sowood im Zuge der Kreditkrise 50 Prozent an Wert verloren.

Die Gründe für El-Erians Abgang sind nicht bekannt. Sie dürften aber ähnlich gelagert sein wie bei seinem Vorgänger Jack Meyer. Als Meyer zusammen mit vier weiteren Topmanagern Ende 2004 die Segel strich, lag das nicht an Erfolglosigkeit. Der gewiefte Stratege hatte innerhalb von 15 Jahren das Vermögen des HMC-Fonds nahezu verfünffacht. Hohe Fondsvermögen und überdurchschnittliche Steigerungsraten ziehen aber auch hohe Gehälter mit sich, zumindest in der Fonds- und Bankenbranche. Das hatte vielen Ex-Absolventen der Eliteuniversität missfallen. Lautstark übten sie Kritik an den Gehältern der Fondsmanager, die weit über denen der Professoren lagen. Irgendwann waren Meyer und seine Mannen die Schelte leid: Sie machten sich selbstständig.

Harvard gilt als reichste Universität der Welt, die Rivalen Princeton oder Yale sind weit abgeschlagen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.