UK-Milliardär Lewis steigt bei Bear Stearns ein

Die Hypothekenkrise hat die Investmentbank Bear Stearns hart getroffen, zwei hauseigene Hedge-Fonds verloren massiv an Wert. Diese Phase der Instabilität nutzte Joseph Lewis. In den vergangenen Wochen kaufte der Milliardär in großem Stil Bear-Stearns-Aktien und rückt damit in die Gruppe der größten Einzelaktionäre auf.

New York - Der britische Milliardär Joseph Lewis hat einen siebenprozentigen Anteil an der US-Investmentbank Bear Stearns übernommen. Wie aus einer Information der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat das Investment einen Wert von 860 Millionen Dollar. Der Milliardär dürfte damit zum größten Einzelaktionär der Bank aufrücken.

Denn vorausgesetzt, dass die anderen Anteilseigner in letzter Zeit nicht weiter zugekauft haben, beläuft sich die Beteiligung von Putnam Investment Management aus 6 Prozent. Bear-Stearns-Vorstandschef Jimmy Cayne kam zuletzt auf 5,8 Prozent.

Der Industriemagnat Lewis agiert von den Bahamas aus. Die von ihm kontrollierten Firmen Aquarian, Cambria, Darcin, Mandarin und Nivon haben seit August große Pakete Bear-Stearns-Aktien gekauft, wie aus der SEC-Anzeige hervorgeht. Die Aktien der Bank stiegen im vorbörslichen Handel um 1,4 Prozent.

Bear Stearns ist, wie viele andere Banken auch, in den Strudel der Hypotheken- und Kreditmarktkrise geraten. Anfang August strich die Bank 240 Stellen im Bereich der zweitklassigen Immobilienkredite (subprime mortgages). Zudem wurden zwei Standorte geschlossen.

Steigende Zinsen und fallende Immobilienpreise hatten zu deutlich höheren Ausfallraten bei den Hypotheken geführt, die an Schuldner mit schlechter Bonität vergeben worden waren.

Zahlreiche Banken gaben das Geschäft auf. Auch zwei Hedge-Fonds von Bear Stearns verspekulierten sich mit Derivaten auf diese Kredite und gerieten in Schieflage. Präsident Warren Spector musste deswegen gehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters