Siemens-Affäre Korruptionsermittler klagt

Der Rauswurf des Ex-Korruptionsbeauftragten von Siemens, Albrecht Schäfer, geht vor Gericht. Schäfer klagt gegen seine Kündigung. Einem Magazinbericht zufolge enthält der Schriftsatz zur Klagebegründung an einigen Stellen unverhohlene Andeutungen.

München - Es stimme, dass Schäfer Klage gegen seine Kündigung erhoben habe, sagte ein Sprecher von Siemens  am Montag in München und bestätigte damit Medienberichte vom Wochenende. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Dem Vernehmen nach soll es zu dem Fall am 24. September eine Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht München geben.

Der langjährige oberste Korruptionsermittler des Konzerns war im August vor dem Hintergrund der Schmiergeldaffäre um die Bildung schwarzer Kassen im Ausland gefeuert worden. Medienberichten zufolge gab es Vorwürfe aus dem Aufsichtsrat, Schäfer habe in einem Bericht über den Skandal bei dem Elektrokonzern im Dezember 2006 nicht umfassend genug ausgesagt und ein beschönigendes Bild von den Vorgängen vermittelt.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hat Schäfers Anwalt in der Klageschrift vorgetragen, sein Mandant habe den Vorstand frühzeitig und umfassend über "systematische und planmäßige" Verstöße gegen interne Richtlinien informiert. Das lasse sich im Detail belegen.

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtete am Wochenende vorab aus seiner aktuellen Ausgabe, der Konflikt der Siemens-Führung mit Schäfer habe sich zwischenzeitlich zugespitzt. Der Jurist bestehe auf Weiterbeschäftigung. An einigen Stellen enthalte der Schriftsatz zur Klagebegründung sogar unverhohlene Andeutungen: "Der Kläger behält sich vor, weitere und detaillierte Ausführungen zur Information über systematische und planmäßige Compliance-Verstöße im Unternehmen zu leisten", hatte das Nachrichtenmagazin aus dem Papier zitiert.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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