Vermisster Fossett Google hilft suchen

Seit vier Tagen sind Rettungsteams im Einsatz, um den Extremsportler und Abenteurer Steve Fossett in der Wüste von Nevada aufzuspüren. Die Suche könnte Wochen dauern. Virgin-Chef und Fosset-Freund Richard Branson hat nun den Internetkonzern Google um Hilfe gebeten.

San Francisco - Die Suche nach dem seit Montag verschollenen Flugabenteurer Steve Fossett in der Wüste von Nevada ist weiter ausgedehnt worden. Neben über einem Dutzend Flugzeugen und Hubschraubern sind auch Boote mit Sonarausrüstung im Einsatz, berichtete die "Los Angeles Times".

Sie suchen den großen Walker See ab, nahe der Privatranch, wo Fossett am Montag zu einem Rundflug gestartet war. Zunächst hatten die Rettungsteams ein Areal von 1500 Quadratkilometern ins Visier genommen. Nun werde ein Gebiet von rund 25.000 Quadratkilometern abgeflogen, teilte Cynthia Ryan von der Zivilen Flugaufsicht mit. Das entspricht etwa der Fläche Brandenburgs. Flugzeuge mit Infrarot-Technologie hatten auch über Nacht die teils schwer zugänglichen Berg- und Wüstengebiete abgesucht.

Bis jetzt ist kein Signal von dem 63-jährigen Fossett und seiner einmotorigen Maschine eingegangen. Ryan zufolge könnte das Notrufsystem wegen einer technischen Panne versagt haben, oder im Falle eines Absturzes in eine Schlucht nicht gehört werden.

Die Suche könnte sich über zwei Wochen oder noch länger hinziehen, sagte Ryan. Mitunter würden Wracks in dem unwirtlichen, menschenleeren Gelände erst nach Monaten oder Jahren gefunden, führte sie weiter aus. "Wir können nicht das Ergebnis versprechen, das sich jeder wünscht, aber es wird ein Ergebnis geben", sagte Ryan.

Virgin-Atlantic-Chef Richard Branson, der mit Fossett befreundet ist, hat indessen Google  um Hilfe gebeten. Der Internetkonzern soll via Google Earth und Google Maps Satellitenaufnahmen von dem Gebiet auswerten.

Fossett hat als Pilot, Segler, Ballonflieger, Rennfahrer und Extremsportler 116 Rekorde aufgestellt. So hatte er 2002 die erste Solo-Nonstop-Umrundung der Erde in einem Ballon geschafft. 2005 flog er mit dem Leichtflugzeug GlobalFlyer als erster Mensch allein in einem Motorflugzeug ohne Zwischenstopp rund um die Erde. Ein Jahr später brach er den Streckenweltrekord für Non-Stop-Flüge mit einem Flug rund um die Erde und dabei zwei Mal über den Atlantik.

Der Unternehmer aus Kalifornien betreibt eine Investmentfirma und ist mehrfacher Millionär. Fossett ist verheiratet und hat keine Kinder. Mit einer ersten sportlichen Extremleistung trat er 1985 in Erscheinung, als er den Ärmelkanal durchschwamm. Dafür hatte er eigens das Schwimmen gelernt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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