Chrysler Wildern bei Toyota

37 Jahre lang arbeitete James Press bei Toyota, zuletzt als Nordamerika-Chef. Nun wechselt der Topmanager, wie zuvor schon die Lexus-Marketingchefin Deborah Meyer, zum Konkurrenten Chrysler. Damit hat Neueigner Cerberus die Führungsetage bei Chrysler fast völlig neu besetzt.

Auburn Hills - Der angeschlagene US-Autobauer Chrysler hat den Toyota-Topmanager James Press angeheuert. Er verantwortet künftig das weltweite Marketing, den weltweiten Vertrieb, die Produktentwicklung sowie den Werkstatt- und Ersatzteilservice von Chrysler. Press werde ebenso und im gleichen Rang wie Tom LaSorda als Vice Chairman direkt an Chrysler-Chef Robert Nardelli berichten, teilte der Autokonzern weiter mit.

Press war 37 Jahre lang bei Toyota  beschäftigt und hat den japanischen Konzern von einem kleinen Importeur zum zweitgrößten Autohersteller der USA aufgebaut. Zuletzt verantwortete er als Präsident von Toyota Motor North America die 15 Werke mit rund 41.000 Beschäftigten und war Aufsichtsratsmitglied der japanischen Muttergesellschaft.

Vor wenigen Wochen erst war die Toyota-Managerin Deborah Meyer zur neuen Marketingleiterin für die Marken Chrysler, Dodge und Jeep und zur Vize-Präsidentin ernannt worden. Zuvor hatte sie bei dem japanischen Autobauer als Vize-Präsidentin das Marketing der Toyota-Luxustochter Lexus geleitet.

Damit hat die Investmentfirma Cerberus Capital nach dem Chrysler- Kauf von Daimler die Führungsriege in der Konzernzentrale in Auburn Hills fast völlig neu besetzt. Der ehemalige Chrysler-Chef LaSorda hatte fast unmittelbar nach der Übernahme durch Cerberus den Führungsposten an Nardelli verloren, den ehemaligen Konzernchef des Baumarktkonzerns Home Depot.

LaSorda, ein Produktionsfachmann, hat wie Press ebenfalls den Titel Präsident und stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender. Er ist für die Produktion, den Einkauf, Personalfragen sowie für die globale Geschäftsentwicklung und Allianzen zuständig.

Der größte Autohersteller in den USA ist General Motors , gefolgt von Toyota und Ford . Chrysler ist die Nummer vier auf dem US-Markt und gehört seit Anfang August mehrheitlich Cerberus. Beim früheren Alleineigentümer DaimlerChrysler  verbleibt ein Minderheitsanteil von knapp 20 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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