Hyundai Gnade für den Chef

Ein Gericht hat die Strafe für Hyundai-Chef Chung Mong Koo zur Bewährung ausgesetzt. Chung war im Februar zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, hatte die Haft aber noch nicht angetreten. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, mehr als 85 Millionen Euro in eine Schmiergeldkasse abgezweigt zu haben.

Seoul - Ein Berufungsgericht hat die dreijährige Haft für Hyundai-Chef Chung Mong Koo wegen Veruntreuung in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Den Schuldspruch bestätigte das Gericht am Donnerstag.

Im Februar war der Manager in erster Instanz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde schuldig gesprochen, Firmengelder veruntreut zu haben. Demnach trägt er die Verantwortung für den Aufbau eines Schmiergeld-Fonds. Chung wurde unter anderem beschuldigt, mehr als 100 Milliarden Won (85 Millionen Euro) aus dem Unternehmenskapital abgezweigt zu haben. Davon sollen etwa 70 Millionen zur privaten Bereicherung sowie zur Bezahlung von Lobbyisten verwendet worden sein.

Das Gericht habe den inzwischen 69-Jährigen am Donnerstag erneut für schuldig befunden, Firmengelder abgezweigt und schwarze Kassen eingerichtet zu haben, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Das Strafmaß sei jedoch geändert und die Strafe nun auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden.

Trotz der Verurteilung blieb Chung, der Ende Juni 2006 gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, Chef des Autokonzerns. Die nun gefällte Entscheidung ermöglicht es Chung, an der Spitze des sechstgrößten Autoherstellers zu bleiben. Er hatte die Haft noch nicht angetreten. Chung ist ein Sohn des Firmengründers Chung Ju Yung.

Hyundai-Aktien  reagierten nach dem Urteil zunächst mit einem Kursaufschlag von mehr als einem Prozent und schlossen 0,56 Prozent im Plus.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und ap

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.