BDI Das Warten hat ein Ende

Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf wird neuer Hauptgeschäftsführer des BDI. Länger als ein Jahr war BDI-Präsident Jürgen Thumann auf Nachfolgersuche für Ludolf von Wartenberg. Mitte vergangenen Jahres war es darüber sogar zum Streit zwischen ihm und den Ex-BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel und Michael Rogowski gekommen.

Berlin - Die Vizepräsidenten des BDI hätten dem Vorschlag von BDI-Präsident Jürgen Thumann einstimmig zugestimmt, Schnappauf für das BDI-Amt zu nominieren. Auf einer außerordentlichen Sitzung von Präsidium und Vorstand am 24. September soll Schnappauf offiziell berufen werden. Das teilte der BDI am Mittwoch in Berlin mit.

Die Amtsübernahme von Schnappauf, der nach zahlreichen Gammelfleischskandalen in Bayern unter Druck steht, soll Mitte November 2007 erfolgen. "Schnappauf wird mit der Übernahme der neuen BDI-Aufgabe sein Ministeramt und sein Mandat als Landtagsabgeordneter niederlegen", teilte der Verband mit. Seine Parteiämter in der CSU werde er zügig abgeben. Mit der Nominierung von Schnappauf setze der BDI auf einen renommierten Politiker im Amt des Hauptgeschäftsführers. "Damit sollen die wirtschaftspolitischen Interessen der deutschen Industrie und der industrienahen Dienstleister weiterhin mit einer profilierten Persönlichkeit vertreten werden", hieß es in der BDI-Mitteilung.

Der BDI-Spitzenposten ist seit dem Ausscheiden des langjährigen Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg vakant. Mitte vergangenen Jahres war es bei der Besetzung der Stelle zum Streit zwischen BDI-Chef Thumann und den Ex-BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel und Michael Rogowski gekommen. Beide hatten die geplante Ernennung des CDU-Abgeordneten Norbert Röttgen so lange torpediert, bis dieser sich zurückzog. Er hatte trotz der Lobbyistentätigkeit nicht auf sein Abgeordnetenmandat verzichten wollen.

Schnappauf ist seit 1998 bayerischer Umweltminister. Der frühere Landrat von Kronach wurde von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ohne Landtagsmandat ins Kabinett geholt. Erst seit 2003 sitzt Schnappauf im bayerischen Parlament. Der 54-Jährige ist zudem Vorsitzender des CSU-Bezirks Oberfranken. Der promovierte Jurist ist verheiratet und hat drei Kinder.

Schnappaufs Nachfolger soll Parteikreisen zufolge CSU-Generalsekretär Markus Söder werden. In der Partei hieß es, Söder habe sich in den vergangenen zwölf Monaten gezielt in der Umweltpolitik positioniert. Daher sei ihm das Ministeramt nun so gut wie sicher.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

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