Russland Haftbefehl gegen Öl-Milliardär

Im Juli dieses Jahres erhielt der russische Ölkonzern Russneft eine Steuernachforderung in Höhe von knapp 600 Millionen Euro. Wenig später trat dessen Chef Michail Gutserijew zurück. Er sei von der Regierung terrorisiert worden, sagte er. Nun wird er per Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung gesucht.

Moskau - Michail Gutserijew, der ehemalige Chef des russischen Ölkonzerns Russneft, wird seit Dienstag per Haftbefehl gesucht. Ihm würden Steuerhinterziehung und andere Rechtsbrüche vorgeworfen, sagte eine Sprecherin des zuständigen Moskauer Gerichts.

Russneft hatte im Juli eine Steuernachforderung von umgerechnet knapp 600 Millionen Euro erhalten. Daraufhin sei er beispiellosem Terror durch die Regierung ausgesetzt gewesen, sagt Gutserijew damals. Am 30. Juli trat der Geschäftsmann, dessen Vermögen auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt wird, zurück.

Das Unternehmen soll nun an den Oligarchen Oleg Deripaska verkauft werden, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe steht und unter anderem am deutschen Baukonzern Hochtief  beteiligt ist. Wie kürzlich bekannt wurde, verklagt Deripaska den Milliardär August von Finck, weil dieser sein Hochtief-Aktienpaket nicht an ihn verkauft hat.

Der Aufenthaltsort Gutserijew sei dem Gericht unbekannt, heißt es. Ein Russneft-Sprecher sagte, Guzerijew sei zuletzt Anfang August gesehen worden.

Parallelen gibt es zum Fall des Ölkonzerns Yukos . Dieser wurde mit Steuernachforderungen von mehr als 20 Milliarden Euro belegt. Der Gründer Michail Chodorkowski sitzt mittlerweile eine achtjährige Haftstrafe in Sibirien ab. Yukos wurde in wesentlichen Teilen vom staatlichen Unternehmen Rosneft  aufgekauft.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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