Milliardäre Deripaska verklagt von Finck

Der russische Unternehmer Oleg Deripaska wollte die Hochtief-Aktien von Milliardär August von Finck erwerben. Der hat sein Paket aber dem spanischen Konkurrenten ACS verkauft. Nun zieht Deripaska vor Gericht.

Düsseldorf - Der russische Oligarch Oleg Deripaska klagt gegen Milliardär August von Finck, weil dieser sein Hochtief-Aktienpaket nicht an ihn verkauft hat. Deripaska pocht auf ein Vorkaufsrecht, das ihm von Fincks Custodia Holding für die Anteile eingeräumt habe.

Eine Woche später habe von Finck seine 25,08-Prozent-Beteiligung am größten deutschen Baukonzern für 1,26 Milliarden Euro aber dem spanischen Konkurrenten ACS verkauft.

Deripaskas zyprische Rasperia Trading hat nach eigenen Angaben deswegen beim Landgericht München Klage gegen Custodia eingereicht. Von Fincks Münchener Holding bezeichnete die Klage in einer Stellungnahme als "abwegig und in vollem Umfang für unbegründet".

Deripaska hatte sich über seine russische Baufirma Basic Element später auf anderen Wegen 9,99 Prozent an Hochtief  beschafft. Er will mit dem Baukonzern unter anderem bei Großprojekten rund um die russische Olympia-Stadt Sotschi zusammenarbeiten. Der Unternehmer ist inzwischen auch Großaktionär bei dem österreichischen Baukonzern Strabag .

Deripaska teilte mit, er habe sich mit Custodia gütlich zu einigen versucht. Eine Lösung "auf kommerzieller Basis" sei aber gescheitert. In Branchenkreisen wird vermutet, dass Deripaska mit der Klage eine Entschädigung für die Kosten erreichen will, die ihm in dem Bieterverfahren entstanden sind.

Hochtief wollte sich zu dem Streit unter den beiden Milliardären nicht äußern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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