London Die fetten Jahre sind vorbei

Üppige Bonuszahlungen und tausende Jobs am Finanzplatz London sind durch den Einbruch an den Weltfinanzmärkten gefährdet. Bis zu 5000 Arbeitsplätze könnten in der Londoner City bis Jahresende wegfallen, die Boni um rund 15 Prozent sinken.

London - "Wir erwarten, dass die Schwankungen am Markt einen großen Einfluss auf Arbeitsplätze und Boni in der City haben werden", sagte Jonathan Said vom Londoner Think Tank Centre for Economics and Business Research am Donnerstag.

Bislang wurde erwartet, dass dieses Jahr an Londons Banker, Börsianer sowie Private-Equity- und Hedge-Fonds-Manager Boni von insgesamt 8,8 Milliarden Pfund (rund 13 Milliarden Euro) ausgezahlt werden. Die Prämien waren die vergangenen drei Jahre nach Angaben der "Financial Times" kontinuierlich gestiegen, manche Manager gingen im vergangenen Jahr mit einem Bonus von mehreren Millionen Euro nach Hause.

Neben den satten Gehältern und Jobs der Banker sind auch die Arbeitsplätze von zahlreichen anderen Menschen gefährdet: "Wenn die Jobs in der City wegfallen, sind nicht nur die Restaurants und Champagnerbars davon betroffen, sondern auch die Menschen, die in diesen Restaurants und Bars arbeiten", sagte Fionnuala Earley, Chefökonomin bei Nationwide Building Society.

Die Turbulenzen an den Börsen gefährden vor allem den Markt für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M & A). Zuletzt hatten immer größere Deals das Geschäft beflügelt. Da es nun schwerer wird, Geld für diese Milliardengeschäfte zu beschaffen, wird sich der Hype vermutlich abkühlen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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