Dow Jones Murdoch kommt, Vizepräsident geht

Vor wenigen Wochen stimmte der Mehrheitsaktionär von Dow Jones, die Familie Bancroft, einer Übernahme durch Rupert Murdochs News Corp. zu. Nun will Vizepräsident Paul Ingrassia den Medienkonzern verlassen. Es gebe keinen passenden Platz mehr für ihn, begründet der Pulitzer-Preisträger seine Entscheidung.

New York - Wenige Wochen nach der Einigung auf die Übernahme des US-Medienkonzerns Dow Jones  durch den Medienmogul Rupert Murdoch will ein erster Topmanager das Unternehmen verlassen.

Es gebe für ihn schlicht keinen passenden Platz mehr bei Dow Jones, sagte Vizepräsident Paul Ingrassia. Er werde voraussichtlich Anfang kommenden Jahres gehen. Die Entscheidung stehe nicht im Zusammenhang mit dem Kauf durch Murdochs News Corp. , fügte Ingrassia an.

Der 57-Jährige war seit Juli 2006 als Vizepräsident für die Nachrichtenstruktur verantwortlich. Zuvor hatte er unter anderem als Redakteur und Büroleiter für das Wall Street Journal gearbeitet. Zusammen mit seinem Kollegen Joseph White gewann er 1993 einen Pulitzer-Preis für seine Berichterstattung über einen Umsturz bei General Motors .

Nach wochenlangem Ringen gab die Familie Bancroft, der Mehrheitsaktionär von Dow Jones, grünes Licht für die Übernahme durch News Corp. Murdoch zahlt rund 5,6 Milliarden Dollar für den "Wall Street Journal"-Verleger. Der Deal soll im vierten Quartal des Kalenderjahres abgeschlossen sein.

Ausschlaggebend für die Zustimmung der Bancroft-Familie war neben dem Übernahmepreis die Bildung eines Komitees, das über die redaktionelle Unabhängigkeit des "Wall Street Journals" wachen soll.

Der deutsche Verleger Dieter von Holtzbrinck ist schon im Juli dieses Jahres aus dem Board von Dow Jones zurückgetreten, um gegen die Übernahme zu protestieren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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