Göttinger Gruppe Ex-Chef aus der Haft entlassen

Erwin Zacharias ist gegen eine Kaution in sechsstelliger Höhe aus dem Gefängnis Göttingen entlassen worden. Vor vier Wochen hatte die Polizei den Ex-Chef der Göttinger Gruppe in Amsterdam verhaftet. Zacharias gilt als Erfinder der "SecuRente", die für Hunderttausende von Anlegern zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt hat.

Göttingen - Der ehemalige Chef des insolventen Finanzunternehmens Göttinger Gruppe ist wieder auf freien Fuß. Wie das Amtsgericht in Göttingen am Donnerstag mitteilte, wurde ein auf ein Steuerstrafverfahren zurückgehender Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

Der Ex-Göttinger-Gruppe-Chef habe 240.000 Euro aus einem Grundstücksverkauf an die Justiz abgetreten, um damit große Teile einer Geldauflage zu bezahlen, sagte Gerichtssprecher Dietmar Brosche. Zudem habe er seine Aussagebereitschaft bei der Staatsanwaltschaft "ernsthaft deutlich gemacht". Nach Angaben des Gerichtssprechers darf der Mann die Bundesrepublik nicht verlassen und muss sich der Justiz zur Verfügung halten.

Der Ex-Chef der Göttinger Gruppe wurde vor einem Monat auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls in Amsterdam festgenommen, weil er eine Geldauflage von 400.000 Euro aus einem privaten Steuerstrafverfahren nicht bezahlt hatte. In dem Verfahren wurde er im Juni 2005 zu 16 Monaten Haft verurteilt, die gegen die Auflage zur Bewährung ausgesetzt wurden. Nachdem er zu einem Anhörungstermin über die Zahlung der 400.000 nicht erschien war, erließ das Amtsgericht Göttingen im Juni 2006 schließlich gegen ihn Haftbefehl.

Der Mitbegründer und langjährige Chef der Göttinger Gruppe hatte Ende 2001 sein letztes Aufsichtsratsmandat bei dem Finanzunternehmen niedergelegt. Bei den Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Juni gegen Verantwortliche der Gruppe einleitete, zählt er nicht zu dem Beschuldigten. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor Zacharias gilt als Erfinder der "SecuRente", die für Hunderttausende von Anlegern zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt hat.

Von der Insolvenz der Göttinger Gruppe und ihrer Haupttochter Securenta sind nach Justizangaben bis zu 270.000 Anleger betroffen. Zusammen haben sie weit mehr als eine Milliarde Euro eingezahlt. Anlegerschützer gehen davon aus, dass das Geld der Anleger vollständig verloren ist.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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