EnBW-Chef Millionen für Claassen?

Der scheidende EnBW-Chef Utz Claassen hat einem Zeitungsbericht zufolge Anspruch auf millionenschwere Übergangsgelder. Insgesamt könnten sich die Zahlungen über 19 Jahre hinweg auf rund sieben Millionen Euro belaufen.

Düsseldorf - Aus dem Geschäftsbericht 2006 lasse sich ableiten, dass sich die jährlichen Zahlungen an den 44-Jährigen Utz Claassen auf knapp 400.000 Euro belaufen könnten, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

Bis zum Erreichen der Altersgrenze mit 63 Jahren würde Claassen demnach rund sieben Millionen Euro Übergangsgeld erhalten. Claassen und die EnBW  lehnten auf Nachfrage eine Stellungnahme dazu ab.

Der Zeitung liege ein Schreiben des EnBW-Aufsichtsratschefs Claus Dieter Hoffmann vor, in dem dieser bestätigt, "dass Herr Prof. Claassen unmittelbar nach Beendigung seiner Tätigkeit für die EnBW Anspruch auf Versorgungsbezüge hat."

Claassen verlässt zum 30. September den Stromkonzern - nach eigener Darstellung freiwillig. Sollte er einen neuen Job antreten, würde das Gehalt auf sein Übergangsgeld angerechnet. Nach 2026 bekommt Claassen dem Bericht zufolge eine EnBW-Rente, die genau so hoch ist wie das Übergangsgeld.

Arbeitsrechtler kritisierten laut "Handelsblatt" solche Abfederungen als unangemessen. "Es ist keine Rechtfertigung dafür ersichtlich, einem Vorstand nach seinem Ausscheiden noch 18 Jahre lang bis zur Pension sechsstellige Summen zu überweisen", sagt der Stuttgarter Fachanwalt Alexander Burger.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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