Egana Goldpfeil Chaos in Hongkong

Der Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil, zu dem unter anderem die Marken Salamander oder Joop gehören, sorgt seit Wochen für negative Schlagzeilen. Zwei Manager sind bislang zurückgetreten. Der deutsche Gründer und Großaktionär wird in Spanien medizinisch behandelt.

Hongkong - Der Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil hat das Vorstandsmitglied David Wong gefeuert. Mit "möglichen Interessenkonflikten" begründete das Unternehmen die Trennung von ihrem Manager. Die Hongkonger Antikorruptionsbehörde beschuldigt Wong des Betrugs, der aber nicht im direkten Zusammenhang mit dem Unternehmen steht. Dennoch wurde er zum 13. August von seinen Aufgaben für Egana Goldpfeil  entbunden.

Wong werde aber weiterhin mit KPMG zusammenarbeiten, heißt es weiter. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sieht derzeit die Bücher des Unternehmens ein, nachdem Zweifel an den Bilanzen geäußert wurden.

Ende Juli kritisierte der Aktionärsschützer David Webb, der im Verwaltungsrat der Börse in Hongkong sitzt, die Rechnungslegung von Egana Goldpfeil. In einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Bericht riet Webb davon ab, Anteile von Egana Goldpfeil zu halten. Der Aktienkurs gab enorm nach. Am 30. Juli setzte das Unternehmen für eine Zeit lang den Handel der Aktien an der Börse aus.

Als erste personelle Konsequenz gab das Unternehmen Anfang August den Rücktritt des Verwaltungsratsmitglieds Andy Ng bekannt. Über die Gründe, warum sich der Firmengründer und Großaktionär Hans-Jörg Seeberger nicht zu Wort meldet, wurde lange gerätselt. Am 7. August teilte Egana Goldpfeil mit, dass sich der Deutsche wegen einer Erkrankung in Spanien aufhalte.

Der Nachfolger von Wong ist der 41-jährige Jürgen Holzschuh. Er war bislang unter anderem für die Finanzen des Europa-Geschäfts von Egana Goldpfeil verantwortlich und leitet die Tochter Salamander.

manager-magazin.de

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