Qwest Rückzug nach Sanierung

Richard Notebaert, der bisherige Chef des amerikanischen Telekomkonzerns Qwest, tritt in den Ruhestand. Unter Notebaerts Führung entwickelte sich der Aktienkurs des Unternehmens zwar positiv, eine Niederlage war für ihn aber besonders bitter. Sein Nachfolger gilt als Kenner der Branche.

Denver - Die amerikanische Telefongesellschaft Qwest hat einen neuen Chef. Edward Mueller werde Nachfolger des bisherigen Lenkers Richard Notebaert, teilte Qwest mit. Der 60-jährige Notebaert hatte im Juni dieses Jahres angekündigt, nach fünf Jahren an der Unternehmensspitze in den Ruhestand zu treten. Er verlässt Qwest zum 15. August.

Mueller, ebenfalls 60, gilt als Kenner der Telekommunikationsbranche. Seine bisherigen Arbeitgeber sind unter anderem Pacific Bell und Southwestern Bell Telephone. 1968 begann er bei SBC Communications  zu arbeiten. Er sitzt im Verwaltungsrat von Verisign , Clorox  und GSC Acquisition.

Zuletzt war er von Januar 2003 bis Juli 2007 Vorstandschef des Haushaltswarenhändlers Williams-Sonoma. Er wurde 1999 in den Verwaltungsrat berufen, aus dem er 2007 ausschied.

Unter den amerikanischen Telefonriesen wie AT&T  und Verizon  gilt Qwest als schwacher Konkurrent.

Zwar verdoppelte sich der Aktienkurs von Qwest unter der Führung von Notebaert. Der Manager musste aber im Mai 2005 eine Niederlage hinnehmen, als er den Bieterkampf um MCI  gegen den Konkurrenten Verizon verlor. Der MCI-Aufsichtsrat entschied sich gegen eine Übernahme von Qwest, obwohl die Offerte von Verizon geringer war. Notebaert fühlte sich betrogen.

Er hatte die Qwest-Führung in einer für das Unternehmen schwierigen Zeit übernommen. Notebaerts Vorgänger, Joseph Nacchio, wurde gefeuert, weil ihm Insiderhandel vorgeworfen wurde. Er hinterließ einen milliardenhohen Schuldenberg.

Im Juli dieses Jahres wurde Nacchio zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach einer unternehmensinternen Gewinnwarnung hatte er Qwest-Aktien abgestoßen.

manager-magazin.de

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