Personeller Coup Greenspan berät Deutsche Bank

18 Jahre lang war Alan Greenspan Chef der US-Notenbank Federal Reserve. Er gilt als einer der besten Finanzmarktexperten. Nun wird der 81-Jährige Berater der Deutschen Bank.

Frankfurt am Main - Die Investmentstrategen der Deutschen Bank  bekommen mit dem ehemaligen US-Notenbankchef Alan Greenspan prominente Unterstützung. Der Mann, der an der Spitze der "Fed" die Finanzmärkte mehr als 18 Jahre lang mit seinen Prognosen in den Bann zog, stehe künftig als "Senior Advisor" zur Verfügung, teilte die Deutsche Bank am Montag mit. Der 81-Jährige werde mit Mitarbeitern und Kunden im Investment Banking "seine Sicht der der Dinge in Bezug auf aktuelle und künftige Entwicklungen auf den Weltfinanzmärkten teilen".

Auch nach seiner Pensionierung bewegt Greenspan mit seinen Prognosen die Märkte. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärte: "Wir freuen uns, dass wir unseren Kunden im Investment Banking Zugang zur profunden Marktkenntnis von Alan Greenspan bieten können." Als einer der Architekten des heutigen Finanzsystems sei Greenspan in einer einzigartigen Position, um die Kunden der Deutschen Bank bei wichtigen risikobezogenen Entscheidungen zu unterstützen.

"Ich freue mich, der Bank meine Analyse weltwirtschaftlicher Entwicklungen zur Verfügung zu stellen und ihr bei der Beratung ihrer Kunden zu helfen", ließ Greenspan selbst wissen. Den Kunden wäre allerdings zu wünschen, dass Greenspans Investment-Ratschläge etwas klarer formuliert sind als die komplizierten Aussagen während seiner Amtszeit, die stets viel Spielraum für Interpretationen ließen. Diese hatten ihm den Spitznamen "Sphinx der Fed" eingebracht.

Greenspan war bis 2006 der Chef der Federal Reserve, der amerikanischen Notenbank. Der Finanzfachmann steuerte die US-Wirtschaft in seiner Amtszeit mit großer Sicherheit und bescherte dem Land mit seinen Entscheidungen eine bemerkenswerte Zeit des Wachstums, die nur von kleineren Rezessionen unterbrochen wurde. Mit den 18 Amtsjahren, in denen er vier Präsidenten erlebte, steht er in der Geschichte der US-Notenbank aber nur auf Platz zwei. Auf 18 Jahre und zehn Monate brachte es der von Harry Truman ernannte William McChesney Martin, der von 1951 bis 1970 im Amt war.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

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