Premiere Kofler macht Kasse und geht überraschend

Der Chef des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler, verlässt überraschend das Unternehmen. Er geht bereits Ende August. Zuvor machte der Manager aber noch Kasse und verkaufte für schätzungsweise rund 23 Millionen Euro seine Premiere-Aktien.

München – Premiere-Chef Georg Kofler verlässt völlig überraschend den Bezahlfernsehsender. Er scheide Ende August aus, teilte Premiere  am Montag mit. Zuvor machte der Manager aber noch Kasse und verkaufte seine rund 1,23 Millionen Premiere-Aktien, was ihm Berechnungen zufolge etwa 23 Millionen Euro eingebracht haben dürfte. Nachfolger von Kofler wird Finanzvorstand Michael Börnicke.

Kofler begründete seinen Rücktritt mit seiner persönlichen Lebensplanung. "Jetzt ist die Zeit für einen Themenwechsel gekommen", erklärte er. Er beabsichtige, als führender Gesellschafter eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die sich in ausgewählten Wachstumsmärkten positioniere, nicht aber in der Medienbranche.

"Nach dem erfolgreichen Vertragsabschluss mit Arena beginnt für Premiere eine neue Entwicklungsphase", sagte Kofler. In den kommenden Monaten würden wichtige Rechtepakete auf den Markt kommen. Es gehe um Vertragslaufzeiten bis 2012 oder länger, entsprechend langfristig seien strategische Weichenstellungen zu entwickeln, erläuterte er.

"Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit bei Premiere zur Verfügung stehe. Ich denke, dass der Zeitpunkt für einen Führungswechsel bei Premiere jetzt richtig ist", hob Kofler hervor, der im April 50 Jahre alt geworden war.

Die Premiere-Aktie fiel vorbörslich um 2,6 Prozent. Börsianer zeigten sich überrascht - schließlich sei Kofler ja nach außen sehr offensiv aufgetreten. "Kofler war das Aushängeschild von Premiere", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und ap

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