HBOS Opfer der Hypothekenkrise

Nach Gewinneinbußen im ersten Halbjahr baut die viertgrößte britische Bank HBOS ihr Management um. Der Chef des Privatkundengeschäfts, Benny Higgins, räumt überraschend zum Jahresende seinen Sessel. " Higgins muss das Hypotheken-Debakel ausbaden", sagte ein Branchenkenner.

London - Der Posten von Benny Higgins soll nicht wieder besetzt werden. Das Privatkundengeschäft der HBOS  werde intern in die Sparten Vertrieb und Produkte aufgespalten, teilte das Geldhaus am Freitag in London mit. Higgins war erst im vergangenen Jahr von der Royal Bank of Scotland  (RBS) zum Konzern gestoßen.

Zudem werde Finanzchef Phil Hodkinson im kommenden Jahr die Bank verlassen und im Januar von Mike Ellis - einem seiner Vorgänger - ersetzt. Der Umbau habe aber nichts mit den Schwierigkeiten im Privatkundengeschäft zu tun, erklärte Bank-Chef Andy Hornby.

Hintergrund seien vielmehr strukturelle Änderungen. Unter Analysten wurde diese Darstellung des größten britischen Hypothekenfinanzierers allerdings angezweifelt. "Benny Higgins muss das Hypotheken-Debakel des ersten Halbjahres ausbaden", sagte ein Branchenkenner. "Er galt als die nächste große Nummer bei HBOS, als er von RBS kam, um das Privatkundengeschäft auf Vordermann zu bringen. Offensichtlich hat er nun den Befehl zum Abgang erhalten."

Belastet von Schwächen im Hypothekengeschäft und dem harten Konkurrenzkampf hatte HBOS in den ersten sechs Monaten beim bereinigten Gewinn einen Rückgang von 8 Prozent verbuchen müssen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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