Norsk Hydro Regierung nimmt Manager an die Kandare

Nach massivem politischen Druck hat Norsk-Hydro-Chef Eivind Reiten auf Auszahlung von Optionen in Millionenhöhe verzichtet. Die Optionen sollten im Zuge der Zusammenlegung von Norsk Hydro und Statoil zugeteilt werden. Reiten wird vorgeworfen, dass er selbst die Auszahlung gesetzeswidrig initiiert habe.

Oslo - Wie das halbstaatliche Unternehmen am Dienstag in Oslo bestätigte, will Reiten von den ihm zustehenden 27,7 Millionen Kronen (3,5 Millionen Euro) einen Betrag von 7,8 Millionen Kronen nicht in Anspruch nehmen. Insgesamt verzichteten die Spitzenmanager auf knapp 10 Prozent von zur Auszahlung anstehenden 210 Millionen Kronen.

Die Optionen auf jährliche Bonuszahlungen je nach Börsenwert des Unternehmens sollten mit Blick auf die bevorstehende Zusammenlegung von Hydros Öl- und Gasaktivitäten mit dem Konkurrenten Statoil  ausgezahlt werden. Reiten, der den Aufsichtsratsvorsitz im neuen Gemeinschaftsunternehmen anstrebt, wurde in einem von der Regierung bestellten Gutachten vorgeworfen, dass er selbst unter Verletzung gesetzlicher Regeln die Auszahlung initiiert habe.

An die Spitze der massiven öffentlichen Kritik setzte sich der sozialdemokratische Wirtschaftsminister Dag Terje Andersen. Er erzwang am Wochenende bereits den Rücktritt des bisherigen Aufsichtsratschefs Jan Reinås. Dessen Nachfolgerin Elisabeth Grieg nannte den Teilverzicht ein "sehr gutes Signal, um wieder Ruhe für Hydro zu schaffen".

Reiten selbst erklärte, der Schritt der Manager sei "aus Loyalität zum Unternehmen" erfolgt, obwohl die Ansprüche in vollem Umfang gerechtfertigt seien. Aus Osloer Regierungskreisen wurde der Teilverzicht als nicht ausreichend eingestuft. In Medienberichten wird der Konflikt auch als Teil eines Machtkampfes kurz vor dem Startschuss zur Bildung des mit Abstand größten Industrieunternehmen Norwegens gewertet. Auch nach der Fusion von Hydro und Statoil wird die norwegische Regierung mit 62,5 Prozent der Anteile klarer Mehrheitseigner des Unternehmens sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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