Join the best Die Topmanager von morgen

Auslandsstudium, Kontakte, Praktika: Wer Karriere machen will, muss schon frühzeitig daran arbeiten. Das wissen auch Melanie Krämer, Peter Lasinger und Frank Umminger. Die drei Studenten bewarben sich bei dem Praktikumsprogramm "Join the best" und profitierten davon auf unterschiedliche Art und Weise.

Wiesloch - Sie hatte es geschafft. Drei Monate Praktikum bei Sony BMG warteten auf sie - in New York. Melanie Krämer hatte sich im Auswahlverfahren erfolgreich gegen andere Bewerber durchgesetzt und durfte nun auf Kosten des Finanzdiensleisters MLP ein Auslandspraktikum bei dem Gemeinschaftsunternehmen von Sony  und Bertelsmann absolvieren.

Die damals 24-Jährige hatte sich bei dem Praktikumsprogramm " Join the best " beworben, das MLP  im Jahr 2004 ins Leben rief. Der Finanzdienstleister möchte hoch qualifizierte junge Menschen mit international tätigen Unternehmen zusammenbringen und ein Netzwerk aufbauen, indem die (künftige) Führungselite des Landes – und somit potenzielle MLP-Kunden – organisiert ist.

Sony BMG suchte die BWL-Studentin im Januar 2005 unter rund 200 Bewerbern für das Praktikum aus. Im August flog Krämer dann nach New York und begann ihr dreimonatiges Praktikum im Bereich Business Development bei Sony BMG.

Kaum Praktikanten in den USA

Die ersten Tage waren hart. Keine Vorstellungsrunde, nur ein kurzer gemeinsamer Blick auf ihren Schreibtisch und die Aufgabe, die auf Krämer wartete: Sie sollte die Produkteinführung der sogenannten Dual Disc, einem Hybrid aus CD und DVD, in Europa begleiten. "Das war wie ein Sprung ins kalte Wasser", erinnert sich die Studentin heute.

Doch Krämer ließ sich nicht beirren. Und sie hatte einen wichtigen Vorteil: Durch ihre offene und sympathische Art gelang es ihr schnell, Kontakte zu knüpfen. Es dauerte nicht lang, bis die Praktikantin nach Feierabend auf Partys eingeladen wurde und ihre "German Kleinigkeiten" wie Gummibärchen oder Würstchen, die ihre Mutter aus Deutschland schickte, in der Abteilung berühmt waren.

Langsam verstand Krämer auch, warum sie es am Anfang so schwer hatte: "In den USA sind Praktika eher ungewöhnlich, die Unternehmen sind auf die jungen Menschen kaum vorbereitet", erklärt die Studentin. Dem Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann gehört nur ein Teil des Unternehmens, zudem hat Sony BMG seinen Hauptsitz in New York, der deutsche Einfluss ist somit eher gering.

Nützliche Kontakte

Nützliche Kontakte

Peter Lasinger hatte es da im vergangenen Jahr etwas leichter. Der damalige Student der Wirtschaftsinformatik qualifizierte sich bei "Join the best" für ein Praktikum bei der Lufthansa. Zwar verschlug es auch ihn nach New York, aber hier war die deutsche Unternehmensführung doch deutlicher zu spüren: Der damals 23-Jährige erhielt eine dreitägige Einführung in den Bereich Direct Online Sales, in dem er unter anderem Webseiten für bestimmte Zielgruppen der Lufthansa konzipieren sollte.

Aber auch Lasinger musste sich schnell einarbeiten. "Bereits nach wenigen Tagen forderte mein Chef eine Präsentation von mir, die ich allein für unsere indischen Kunden erstellen sollte", berichtet der Student. Das sei einerseits hart gewesen, andererseits sei man sofort als vollwertiger Kollege mit in das Tagesgeschehen einbezogen worden.

Von dieser Einbindung war auch Krämer sofort angetan. "Ich habe von Anfang an eigenständig gearbeitet und einen guten Einblick in das Unternehmen erhalten", berichtet die Studentin. "Und vor allem habe ich viele Kontakte geknüpft."

Bereits einige Zeit später erwiesen sich diese Verbindungen als äußerst hilfreich. Ein paar Monate, nachdem ihr Praktikum bei Sony BMG vorbei war, klingelte Krämer bei Bertelsmann an und schlug eine Zusammenarbeit vor. In einer Diplomarbeit wollte sie untersuchen, warum die Markteinführung der Dual Disc in Europa weniger erfolgreich verlief als in den USA. Der Konzern sagte sofort zu.

Den Vorteil der guten Verdrahtung in die Unternehmen durch "Join the best" bekam auch Frank Umminger zu spüren. Der Chemiestudent bewarb sich über MLP Anfang dieses Jahres für einen Praktikumsplatz bei BASF. Der Ludwigshafener Konzern, der die Stipendiaten mit auswählte, entschied sich jedoch für einen anderen Teilnehmer.

Doch der 20-Jährige hinterließ offenbar einen bleibenden Eindruck bei den BASF-Personalern. "Man sagte mir damals, wenn ich einen Praktikumsplatz suche, solle ich mich doch mal melden", erzählt der Student.

Und Umminger nutzte seine Chance. Ein paar Monate später bewarb er sich um ein Praktikum in Ludwigshafen - und bekam prompt eine Zusage. "Der Vorteil war, dass BASF über das Assessment-Center bei MLP schon viel über mich wusste und die Entscheidung sehr schnell fiel", so der Student.

Die Bewerbung bei "Join the best" würde Umminger daher genauso wie Krämer und Lasinger für jeden Studenten mit Ambitionen zur Führungskraft empfehlen. Denn auch wer nicht zu den Auserwählten gehört, profitiert von dem eingehenden Kontakt mit Unternehmen und gleichgesinnten Studenten. Schließlich wissen auch die Führungskräfte von morgen: Ohne Kontakte keine Karriere.

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