Hochtief Ex-Chef wird Aufsichtsrat

Nachdem sich die Aktionärsstruktur von Deutschlands größtem Baukonzern in den vergangenen Monaten gründlich verändert hat, wird nun der Aufsichtsrat neu besetzt. Seit Neuestem überwacht Ex-Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel die Geschäfte seines Nachfolgers.

Düsseldorf - Der ehemalige Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel überwacht seit Ende Juli als Mitglied des Aufsichtsrats die Geschäfte seines Nachfolgers Herbert Lütkestratkötter. Keitel sei per Gerichtsbeschluss des Registergerichts in das Gremium berufen worden und ersetze dort den ehemaligen Eon-Chef Ulrich Hartmann, sagte ein Hochtief-Sprecher.

Der Gerichtsbeschluss sei lediglich eine formale Angelegenheit, betonte der Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Hartmann hatte im Juni seinen Posten aufgekündigt, Lütkestratkötter bereits im April das Ruder bei dem größten deutschen Baukonzern von Keitel übernommen.

Bei Hochtief  hatte es in den vergangnen Monaten umfangreiche Veränderungen der Aktionärsstruktur gegeben. Ende März hatte der spanische Baukonzern ACS für 1,26 Milliarden Euro die Sperrminorität in Höhe von 25,08 Prozent der Münchener Beteiligungsgesellschaft Custodia  übernommen. Custodia war im September 2005 bei Hochtief eingestiegen und hatte bis Februar 2006 auf 25 Prozent aufgestockt. Besitzer von Custodia ist der Milliardär August von Finck. ACS ist unterdessen mit zwei Vertretern in den Aufsichtsrat eingezogen.

Auch ein weiterer Großaktionär mischt seit Neuestem bei Hochtief mit: Mitte Mai dieses Jahres ließ der der russische Milliardär Oleg Deripaska über seine Holding Basic Element mitteilen, dass er über knapp 10 Prozent der Aktien des Essener Baukonzerns verfüge.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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