Bear Stearns Der Kronprinz tritt zurück

Warren Spector galt als möglicher nächster Firmenchef von Bear Stearns. Daraus wird nun nichts. Der Chef des Kapitalmarktgeschäfts der Investmentbank gibt sein Amt ab, nachdem vor wenigen Wochen zwei Hedgefonds der Bank zusammengebrochen sind.

New York - Die US-Investmentbank Bear Stearns hat vor dem Hintergrund der jüngsten Turbulenzen an den Anleihemärkten den Rücktritt eines ihrer Präsidenten bekanntgegeben. Der 49 Jahre alte Warren Spector, der für das gesamte Kapitalmarktgeschäft der Bank zuständig war, werde mit sofortiger Wirkung sein Amt abgeben, teilte Bear Stearns mit. Alleiniger Präsident sei nun Alan Schwartz.

Das Unternehmen habe sich angesichts der jüngsten Entwicklungen bei einigen Fonds zu Umstrukturierungen im Management entschieden, hieß es in einer Mitteilung. Spector war bislang als möglicher nächster Firmenchef gehandelt worden.

Am Freitag hatte Bear Stearns mit einer düsteren Einschätzung zu der gegenwärtigen Situation an den Börsen die Märkte für Aktien, Anleihepapiere und Währungen erschüttert. Zuvor hatte die Agentur Standard & Poor's den Ratingausblick für Bear Stearns herabgestuft.

Zinsen und fallende Immobilienpreise hatten zuletzt in den USA Schuldner mit geringer Bonität vermehrt in die Pleite getrieben. Weil die Finanzierungen ihrer Kredite gebündelt und als Derivate weiterverkauft wurden, sind neben den Banken auch Hedgefonds und andere Investoren von hohen Verlusten betroffen.

Zwei Hedgefonds von Bear Stearns brachen bereits zusammen. Für den "Enhanced Leverage Fund" und den "High-Grade Fund" wurden rund 1,5 Milliarden Dollar von Investoren gesammelt. Vor wenigen Wochen musste die Investmentbank mitteilen, dass die Fonds praktisch nichts mehr wert seien.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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