EnBW Claassen verkürzt um sieben Monate

Utz Claassen verlässt den Energiekonzern EnBW erheblich früher als zunächst geplant. Eon-Manager Hans-Peter Villis wird bereits in wenigen Wochen auf dem EnBW-Chefsessel Platz nehmen und nicht erst im Frühjahr 2008.

Karlsruhe - EnBW-Vorstandschef Utz Claassen gibt bereits zum 30. September seinen Posten auf. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mit. Seine Nachfolge werde Hans-Peter Villis am 1. Oktober übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt sei er vom Aufsichtsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt worden. Dies sei "im gegenseitigen Einvernehmen" vereinbart worden.

Eigentlich sollte Villis EnBW  erst ab Anfang Mai 2008 leiten, wenn Claassens 5-Jahres-Vertrag regulär endet. Claassen hatte am 19. Juni erklärt, dass er für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung stehe. Er hatte "strukturelle, professionelle, persönliche und familiäre Gründe" als ausschlaggebend für seinen Rückzug bezeichnet. Hartnäckig hält sich allerdings die Spekulation, dass EnBW-Aktionär Electricité de France (EdF)  mit Claassen unzufrieden gewesen sei.

Villis' Vertrag bei EnBW ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Der 49-Jährige ist derzeit Finanzvorstand bei Eon Nordic in Schweden. Im Eon-Konzern  ist die Gesellschaft mit rund 5700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,2 Milliarden Euro eine der kleineren Führungsgesellschaften.

Der Wirtschaftswissenschaftler Villis war bis Ende 2002 Vorstandsmitglied beim nordrhein-westfälischen Gas- und Wasserversorger Gelsenwasser  und bis 2006 Vorstandschef der Paderborner Eon Westfalen Weser AG, eines der größten deutschen Regionalversorger. Er galt als Favorit des Großaktionärs EdF. Die Franzosen und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) sind mit jeweils 45,01 Prozent an der EnBW mit Sitz in Karlsruhe beteiligt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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