Monika Gommolla Die Hotelerbin, das Meer und die Frische

Der Name Maritim verspricht Meer, Strand und Frische. Das stimmte 1969 beim ersten Maritim-Hotel in Timmendorfer Strand. Mittlerweile gehören 48 Häuser zum Reich der Chefin Monika Gommolla. Obwohl maritime Frische kaum noch eine Rolle spielt, liegt die Hotelerbin auf Erfolgskurs.

Hamburg – Mit einer Portion Neid dürfte Monika Gommolla im Juni dieses Jahres die Fernsehübertragungen aus Heiligendamm verfolgt haben. Das "Grand Hotel" des Mitbewerbers Kempinski auf dem hart umkämpften Hotelmarkt stand weltweit im Blickpunkt. Kostenlose Werbung mit Folgen - die Buchungen für die glitzernde Nobelherberge in dem ostdeutschen Ostseebad sind seitdem gestiegen.

An der Ostsee begann auch die Geschichte der Hotelgruppe Maritim. 1969 wurde das erste Haus "Seehotel" eröffnet, in Timmendorfer Strand, dem beliebten Urlaubsort direkt an der Ostsee und nur 15 Kilometer nördlich von Lübeck. Die Nähe zum Meer gab den Namen, bis dahin einzigartig war das Konzept "Tagen und Wohnen unter einem Dach".

Mit der Spezialisierung auf Tagungen und Kongresse machte Maritim schnell auf sich aufmerksam, der Name war einprägsam und wurde auf dem Markt bekannt - das Wachstum war nicht mehr aufzuhalten. Nach dem "Seehotel" folgten weitere Häuser an der Ostsee, im Harz, im Sauerland und im Schwarzwald.

Auch bei den Stadthotels ist Maritim mittlerweile in allen wichtigen deutschen Städten präsent - Ende 2007 folgt die Eröffnung des "Maritim Hotel Düsseldorf". Dieses Haus liegt direkt am Düsseldorfer Flughafen und besitzt einen direkten Zugang zum Terminal.

Hinzu kamen Kurhotels in Bad Wildungen und Bad Salzuflen – zugleich der Verwaltungssitz der Maritim-Gruppe. Dort zieht die promovierte Volljuristin Gommolla die Fäden. Bescheiden und im Hintergrund ist die 1951 geborene Tochter des Maritim-Gründers Hans-Joachim Gommolla seit zehn Jahren Vorsitzende des Aufsichtsrates.

"Im Vordergrund steht immer das Unternehmen, nie die Person", lautet ihr Motto - bei Terminen in der Öffentlichkeit vertritt sie deshalb meistens ihr Geschäftsführer Gerd Prochaska. Die Hotelgesellschaft gehört Gommolla zu 50 Prozent - die andere Hälfte liegt bei ihrer Schwester Christel, die sich allerdings aus den Geschäften weitgehend heraushält.

Bekannt ist "Moni" Gommolla für ihre Detailverliebtheit und für ihre Sparsamkeit – die Hoteldirektoren müssen hier in vielen Fällen Geduld mitbringen. Auch die optische Ausstattung der im Durchschnitt 83 Euro pro Übernachtung teuren Zimmer wird oft als unmodern, ja sogar bieder, kritisiert – trifft aber wohl den Geschmack der Chefin.

Umsatzbringer Fußball-WM

Umsatzbringer Fußball-WM

Trotzdem – der kontinuierliche Erfolg gibt Gommolla Recht. Heute gehören 48 Häuser mit knapp 13.000 Zimmern zur Maritim-Gruppe. Auch international wurde der Durchbruch mit mittlerweile elf Hotels in sieben Ländern geschafft, hier sind die Wachstumschancen groß.

Das "Maritim Pine Beach Resort" an der türkischen Riviera ist zum Beispiel das größte Kongresshotel der Türkei. Noch in diesem Jahr ist Maritim erstmals auch auf Mallorca mit dem "Maritim Hotel Galatzó" vertreten. Das Traditionshaus im Stil spanischer Herrensitze wurde renoviert und liegt nahe dem Badeort Paguera im Südwesten der Insel.

Die zurückhaltende Hotelerbin legt wert auf eine gute Lage ihrer Häuser und eine Vielzahl von Freizeitprogrammen. Zudem bezeichnet sich die Maritim Hotelgesellschaft als "größten privaten Tagungs- und Veranstaltungsspezialisten Deutschlands" - manche Häuser sind direkt angebunden an die städtischen Kongresszentren. So können im "Maritim Hotel Berlin" Veranstaltungen mit über 5800 Teilnehmern stattfinden.

Bei 57 Prozent lag die Auslastung im Jahr 2006 in den Maritim-Hotels – der Gesamtumsatz der Gruppe stieg auf 378 Millionen Euro. Zwölf Millionen Euro Umsatz resultierten alleine aus der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der Maritim mit 16 Häusern Partner der Fifa war. Im laufenden Jahr erwartet Maritim dennoch einen weiteren Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent – und wieder spielt der Sport eine Rolle: Während der Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland stellte die Hotelgesellschaft an neun Standorten die Mannschaftsquartiere.

Beim Umsatz liegt Maritim bei den deutschen Hotelketten auf Rang zwei hinter Steigenberger. Um auch in Zeiten großer Überkapazitäten einen Spitzenplatz zu behalten und weiter ein gesundes Unternehmen zu führen, geht das Management neue Wege: Als neue Produktlinie soll das so genannte Patientenhotel für Erfolge sorgen.

Partner ist hier das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Auf dem Gelände der Klinik in Lübeck entsteht ein Hotel mit 120 Zimmern und enger Anbindung an die medizinischen Fachabteilungen. Dieses Haus richtet sich besonders an stationäre Patienten in der Regenerationsphase, die keine intensive medizinische Betreuung mehr benötigen. Eröffnet werden soll es 2009 – pünktlich zum 40jährigen Jubiläum des ersten Maritim-Hotels im nahe gelegenen Timmendorfer Strand.

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