Vattenfall Europe Rauscher tritt zurück

Nach der Pannenserie in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel ist der Chef des Energiekonzerns Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, von seinem Amt zurückgetreten. Seine Aufgaben soll zunächst Vorstandskollege Hans-Jürgen Cramer übernehmen.

Berlin - Der Chef des Stromkonzerns Vattenfall Europe , Klaus Rauscher, ist zurückgetreten. Damit hat er die Verantwortung für die Pannenserie in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel übernommen.

Seine Aufgaben übernehme vorerst Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Cramer, teilte Vattenfall am Mittwoch mit. Dies gelte, bis sich der Aufsichtsrat mit dem Rücktrittsgesuch Rauschers befasst habe.

Erst am Montag hatte sich Vattenfall Europe vom Chef der Atom-Sparte, Bruno Thomauske, getrennt. Auch Konzernsprecher Johannes Altmeppen hatte sein Amt aufgegeben. Rauscher blieb aber wegen der Informationspolitik des Unternehmens weiter in der Kritik.

Rauscher erklärte, es sei nicht zu verkennen, dass die Vorgänge der vergangenen Wochen dem Ansehen von Vattenfall Europe geschadet hätten. Es seien Fehler gemacht worden, für die er als Vorsitzender des Vorstandes die Verantwortung zu tragen habe. Das Unternehmen müsse nun vor allem mit Blick auf seine Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter verloren gegangenes Vertrauen rasch zurückgewinnen. Um einem solchen Neuanfang nicht im Wege zu stehen, biete er an, sein Amt zur Verfügung zu stellen.

Merkel: "Dramatische Fehler"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Informationspolitik von Vattenfall nach den jüngsten Störfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel am Mittwoch als "nicht akzeptabel". Es seien "dramatische Fehler" gemacht worden, sagte Merkel. Sie fügte hinzu: "Das darf sich so nicht wiederholen." Allerdings ziehe sie wegen eines Vorfalls nicht das gesamte Vertrauen gegenüber Vattenfall zurück.

Merkel betonte, sie glaube, dass eine friedliche Nutzung der Kernenergie verantwortbar sei. Deutschland habe im Vergleich zu anderen internationalen Betreibern hohe Sicherheitsstandards. Allerdings müssten die Vorsichtsmaßnahmen auch eingehalten werden.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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