A-Tec Kovats muss vor Gericht

Der österreichische Industrielle Mirko Kovats wird wegen des Vorwurfs des betrügerischen Bankrotts vor Gericht gestellt. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe, sollte er schuldig gesprochen werden. Kovats Firma A-Tec liefert sich derzeit eine Übernahmeschlacht mit der Norddeutschen Affinerie um die belgische Kupferhütte Cumerio.

Wien - Mirko Kovats (58), Hauptaktionär und Vorstandschef der österreichischen A-Tec, steht im Verdacht, mit zwei Mitbeschuldigten die Vermögenswerte einer Firma nicht sachgerecht bewertet und diese vorsätzlich in Konkurs geschickt zu haben. Das hat Gerhard Jarosch bestätigt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien.

Dadurch, so der Vorwurf, seien deren Gläubiger - die SCS Immobilienverwaltung GmbH , die Shopping Center Planungs- und Entwicklungsgesellschaft sowie die Erste Bank als Kreditgeberin - geschädigt worden.

Verhandelt wird der Fall am 17. und 19. September im Straflandesgericht Wien. Sollte der dortige Schöffensenat Kovats schuldig sprechen, drohen ihm angesichts der möglichen Schadenssumme von 230.000 Euro bis zu zehn Jahre Haft. Der Industrielle bestreitet die Vorwürfe.

Kovats streitet sich derzeit mit Norddeutsche-Affinerie-Chef Werner Marnette um die Übernahme der belgischen Kupferhütte Cumerio. Die Norddeutsche Affinerie  (NA) will den belgischen Kupferproduzenten übernehmen und bietet dafür 30 Euro je Cumerio-Aktie oder insgesamt rund 780 Millionen Euro. Der Offerte haben die Belgier bereits zugestimmt. Doch Kovats A-Tec will bei der Neuordnung der europäischen Kupferindustrie offenbar ein entscheidendes Wörtchen mitreden.

Der österreichische Konzern, mit gut 15 Prozent mittlerweile größter Einzelaktionär der NA, hat seine Beteiligung an Cumerio aufgestockt und hält nun eine Sperrminorität von gut 25 Prozent. Deshalb kann die NA die geforderte Annahmequote von 80 Prozent der Cumerio-Aktionäre ohne eine Einigung mit A-Tec nicht erreichen.

Zuletzt trafen sich Kovats und Marnette in Wien, um die Sache zu regeln. Das Gespräch sei "sachlich" verlaufen. Es gebe aber "keine neuen Informationen" über die Pläne des österreichischen Industriekonzerns A-Tec, hieß es anschließend.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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