Mobilcom Wie bankrott war Schmid?

Immobiliengeschäft oder Bankrottverdacht? Die Kieler Staatsanwaltschaft wirft Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid vor, sich kurz vor einer Zwangsvollstreckung arm gemacht zu haben. Heute beginnt der Prozess.

Kiel - Der Mobilcom-AG-Gründer Gerhard Schmid muss sich ab heute wegen eines Immobiliengeschäfts vor dem Landgericht Kiel verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet Bankrottverdacht.

Schmid soll im Jahr 2002 Firmenanteile von im Inland gelegenen Gesellschaften an eine im Fürstentum Liechtenstein ansässige Gesellschaft transferiert haben, obwohl die Landesbank Sachsen Anfang November 2002 vor dem Landgericht Flensburg einen Pfändungsbeschluss gegen ihn in Höhe von rund zehn Millionen Euro erwirkt hatte. Durch die Übertragung der Gesellschaftsanteile ins Ausland blieb die Zwangsvollstreckung der Landesbank Sachsen erfolglos.

Hintergrund ist ein Darlehen der Landesbank Sachsen an Schmid in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Im Jahr 2000 hatte Schmid in zentraler Lage am Kieler Germaniahafen einen Gebäudekomplex mit Büroräumen und Wohnungen errichtet. Im April 2002 kündigte die Landesbank das Darlehen zur Finanzierung des Gebäudekomplexes.

Nach einem Streit mit dem Mobilcom-Großaktionär France Telecom im Zusammenhang mit dem UMTS-Geschäft wurde Schmid im Sommer 2002 als Vorstandschef abberufen. Ein Jahr später meldete der Unternehmer Privatinsolvenz an. Der Prestigebau am Kieler Hafen gehört mittlerweile der Waterkant Immobilienfonds GmbH, deren Geschäftsführerin Schmids Frau Sybille Schmid-Sindram ist.

Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Im Falle einer Verurteilung drohen Schmid eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

manager-magazin.de mit Material von ddp