VW Betriebsrat Lenz tritt zurück

Günter Lenz akzeptiert einen Strafbefehl und tritt von all seinen Ämtern bei Volkswagen zurück. Der Ex-Betriebsrat soll auf Werkskosten mit Prostituierten gefeiert haben. Vor einem Monat hatte er auf öffentlichen Druck sein SPD-Landtagsmandat abgegeben.

Hannover - In der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten hat der frühere niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Günter Lenz nun auch seine Ämter bei Volkswagen  niedergelegt. Lenz trat am Montag als Betriebsratschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover sowie als Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG zurück.

Das teilte der Betriebsrat von VW Nutzfahrzeuge nach einer Betriebsversammlung in Hannover mit. Lenz akzeptiere einen Strafbefehl in der VW-Affäre. Vor einem Monat hatte Lenz bereits sein Landtagsmandat abgegeben.

Im Zuge der Affäre um Lustreisen und Prostituiertenbesuche wirft die Staatsanwaltschaft Braunschweig Lenz in zwei Fällen Beihilfe zur Untreue vor. Er soll an Feiern von Betriebsräten mit Prostituierten teilgenommen haben, die VW bezahlte. Der finanzielle Schaden, den die Behörde Lenz dabei zurechnet, beläuft sich laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" auf 600 Euro.

Indem Lenz den Strafbefehl akzeptiert, steht das Ende des Verfahrens unmittelbar bevor. Sollte die Strafe 90 Tagessätze nicht überschreiten, wäre er nicht vorbestraft.

Bereits Mitte Juni hatte Lenz sein Mandat als niedersächsischer SPD-Landtagsabgeordneter auf Druck von Fraktionschef Wolfgang Jüttner zurückgegeben. Seine Ämter bei VW ließ er ruhen und verabschiedete sich in einen unbefristeten Urlaub.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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